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Von Generali und Allianz bis zur Ergo: Wer und was die Branche bewegt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Wir schreiben den 1. Juli 2013, 00.04 Uhr. VWheute beginnt seine Reise durch die Welt der Versicherer. Was eigentlich hat unsere Leser in den letzten fünf Jahren bewegt? Welche Themen haben die Branche besonders bewegt? Wir haben die wichtigsten Entwicklungen der letzten fünf Jahre für Sie zusammengestellt.
Die "Generali rockt": Kaum ein anderes Unternehmen hat die Leser in den letzten fünf Jahren so umgetrieben wie die Deutschland-Tochter des italienischen Versicherungsriesen. Mehr als 25.700 Leser wollten sich Ende September über die Umbaupläne von Vorstandschef Giovanni Liverani informieren.
Nicht minder harsch waren auch die Reaktionen auf großen Deal des Generali-Deutschlandchefs. Während der Betriebsrat an harscher Kritik nicht sparte, sprach manch Vermittler und Makler gar von Lüge bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Ein harter Kampf mit harten Bandagen also, der auch in den kommenden Jahren ein ganz großes Thema bleiben dürfte.
Auch die personellen Veränderungen in der Führungsspitze stießen in den vergangenen Jahren bei unseren Lesen auf reges Interesse: Immerhin rund 10.000 Leser interessierten sich für den Abgang von Generali-Finanzvorstand Torsten Utecht zur Zurich und den Wechsel von Claudia Andersch zur R+V.
Wer allerdings glaubt, dass die Ergo im medialen Widerhall dem Konkurrenten in nichts nachstehen würde, dürfte sich gründlich getäuscht haben. Fast 11.000 Leser interessierten sich Mitte Juni 2017 für die Klage einer ehemaligen Allianz-Vertreterin gegen den eigenen Konzern. Der Vorwurf: Der Versicherer soll viele seiner mehr als 8.000 Vertreter über Jahre hinweg um Teile ihrer Rente gebracht haben. Nun muss sich das Landgericht München I juristisch mit dem Fall befassen - Ausgang: offen.
Wirkliche Zukunftssorgen muss sich die Allianz zwar nicht machen. Dennoch ist beim Branchenprimus aus München seit dem Amtsantritt von Oliver Bäte vor drei Jahren einiges in Bewegung geraten. So liebäugelt der Konzernchef bekanntlich seit längerem mit größeren Übernahmen. Die "passende Braut" hat er bis dato aber noch nicht gefunden.
Die Ergo hat dennoch ihren Platz unter den Top Drei der meistgelesenen Unternehmen gefunden. Der geplante Verkauf der Ergo Lebensversicherung AG und der Victoria Lebensversicherung AG erwies sich Ende 2017 als Flop. Nun soll eine interne Lösung in Kooperation mit IBM die Lebensparte wieder fit für die Zukunft machen.
Für Zündstoff sorgen indes auch die privaten Krankenversicherer. Nicht wegen ihrer strikten Ablehnung einer Bürgerversicherung, sondern wegen ihrer Beitragserhöhungen in den Jahren 2015 bis 2017. Fast 10.700 Leser interessierten sich Anfang Februar 2018 für eine Entscheidung des Landgerichts Frankfurt/Oder, wonach die Beitragserhöhungen der DKV im genannten Zeitraum unwirksam sind. Das gleiche Problem hat auch die Axa und ist für eine finale Entscheidung nach mehreren verlorenen Prozessen vor den BGH gezogen. Sollten die Karlsruher Bundesrichter den Vorinstanzen folgen, droht der PKV eine Klagewelle in Millionenhöhe und ein riesiger Imageschaden.
Wesentlich mehr Sorgenfalten bereiten den Versicherungsheads allerdings die Lebensversicherer. Die dauerhaft niedrigen Zinsen, neue Regulierungsvorgaben durch Solvency II und die aufgeheizte Debatte um einen Run-off machen der Lebensversicherung nachhaltig zu schaffen. Die Bafin ist jedenfalls alarmiert: Mehr als ein Drittel der Lebensversicherer stehen derzeit unter kritischer Beobachtung der Finanzaufsicht. Wie kritisch die Lage ist, belegte jüngst auch ein Bericht des Bundesfinanzministeriums, wonach 34 der insgesamt 84 Lebensversicherer "mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten" drohen.
Und was war noch? Natürlich das Megathema Digitalisierung: Bereits 2015 konstatierte eine Studie der Universität St. Gallen, wonach die Online-Beratung bis 2020 zum Regelfall wird. Klar ist jedenfalls: "Die Zukunft ist digital – aber nicht ausschließlich".
Welche Auswirkungen die digitale Transformation auf die Mitarbeiter haben wird, wird immer noch heiß diskutiert. Immerhin: Der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen sowie die Gewerkschaften Verdi, DHV und DBV haben bereits im August 2017 im Rahmen des neuen Tarifvertrages weitere Gespräche über die tarifvertragliche Regelung bezüglich der Auswirkungen der Digitalisierung vereinbart.
Einen "konstruktiven" Gesprächsauftakt gab es zwar bereits - Ergebnisse lassen indes auf sich warten. Die Zahl der Mitarbeiter in der Versicherungsbranche geht jedenfalls weiter kontinuierlich zurück. Laut einer aktuellen Erhebung des Arbeitgeberverbandes AGV waren im Jahr 2017 rund 204.700 Menschen in der Branche beschäftigt. Dies entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Was bleibt, sind die skurrilen Geschichten abseits des manchmal turbulenten Versicherungsalltages, die in den Fluren der Versicherer für Gesprächsstoff sorgen: Sei es zum Beispiel der Makler, welcher zwischen 2010 und 2016 Versicherungszahlungen in Höhe von 400.000 Euro auf sein Konto umgeleitet hat, oder misslungene Probefahrten mit einem Ferrari.
Fehlen darf natürlich auch nicht der entsprechende Promifaktor, für den im März 2017 die TV-Millionärs-Familie mit einem geschrotteten Luxusfahrzeug mit über 9.500 Lesern gesorgt hat. Selbst der gefallene Versicherungsstar Mehmet Göker stieß auf deutlich weniger Interesse.
Nicht zu vergessen sind auch die manchmal witzigen wie skurrilen Gerichtsentscheidungen, sei es der Sturz vom Kamel oder der Rechtsstreit um ein "Sitzpinkel-Gebot" im Mietvertrag - ganz zu schweigen von manch Geistesheroen, die sicherlich nicht gerade zu Maklers Lieblingen gehören dürften.
Bleibt auch zu hoffen, dass zumindest sportliche Großereignisse - allen voran die großen Fußballturniere wie Europameisterschaft und Weltmeisterschaft - für etwas Ablenkung im manchmal tristen wie spannungsgeladenen Alltag sorgen werden.
VWheute wird auch in den kommenden Jahren mit seiner Besatzung in die unendlichen Weiten des Versicherungswelt vorstoßen auf der Suche nach neuen Geschichten. Bleiben Sie uns gewogen. (vwh/td)
Bildquelle: Günther Gumhold / PIXELIO (www.pixelio.de)
Versicherer · VWheute · Jubiläum
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