Märkte & Vertrieb

Niendorf: Bancassurance-Lösung ist der richtige Schritt

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Alle Finanzprodukte aus einer Hand – die Idee ist nicht neu. Uta Niendorf, Versicherungsexpertin und Associate Partner bei  der Unternehmensberatung Q_Perior ist ein Freund dieser Idee und erklärt im VWheute-Interview, warum der Kunde eine einfaches Ergebnis wünscht und eine Plattformlösung dafür optimal ist.
VWheute: Sie zeigen sich begeistert von dem Deal zwischen Axa und ING ist das nicht der gute alte Bankvertrieb neu aufgemacht?
Uta Niendorf: Die Idee einer digitalen Bancassurance-Lösung, die alle Kundenbedarfe der Anlage-, Vorsorge- und Absicherungslösungen auf einer Plattform abbildet, ist aus meiner Sicht der richtige Schritt in Richtung digitaler und integrierter Beratung für Finanzprodukte. Die klassische Trennung zwischen Bank- und Versicherungsprodukten wird so aufgehoben. Auch die Idee, modulare Produktwelten zu schaffen, die sich der Kunde je nach Bedarf individuell zusammenstellen kann, entspricht dem Wunsch des Kunden nach Individualität. Der Kunde erhält eine One-Stop-Lösung für seine persönlichen Anforderungen.
VWheute: Warum sind Plattformen die Zukunft des Vertriebes?
Uta Niendorf: Die Kunden kennen Plattformlösungen aus vielen anderen Lebensbereichen. Man denke nur an Amazon oder andere digitale Marktplätze. Die Mehrzahl der Endkunden erwartet heute vergleichbare Plattformen auch für Finanzdienstleistungen. Wollen Finanzdienstleister wie Banken und Versicherer ihre Vertriebe also zukunftsfähig aufstellen, müssen sie sich den Beratungs- und Einkaufsgewohnheiten der Kunden anpassen. Sie müssen stärker kundenzentriert denken und den Kunden dort abholen, wo dieser agiert: in der digitalen Welt.
VWheute: Was sind für Sie hochwertige Beratungslösungen?                 
Uta Niendorf: Hochwertige Beratungslösungen stellen den Kundenbedarf in den Mittelpunkt. Sie stellen sicher, dass der Kunde in seinen Nutzungsgewohnheiten abgeholt wird und nicht mehr nur – wie in der Vergangenheit im Versicherungsvertrieb üblich – Produkte an den Kunden verkauft werden. Dies kann rein digital erfolgen, zum Beispiel durch einen komplett digital geführten Beratungsprozess bis zum Abschluss, oder in Form einer Kombination aus persönlicher Beratung durch einen Versicherungsvermittler und den Einsatz von digitalen Tools, wie beispielsweise Videoberatung oder Chat. Wichtig ist dabei das Kundenerlebnis: Der Kunde muss sich individuell betreut fühlen, seine Bedarfe an Vorsorge und Absicherung müssen erkannt werden und er sollte möglichst medienbruchfrei den Beratungsprozess durchlaufen. So stellen Versicherer eine hohe Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungsquote sicher.
VWheute: Was ist die Zukunft der Beratung?
Uta Niendorf: Die Zukunft der Beratung wird auf absehbare Zeit auf ein Miteinander sowohl digitaler als auch analoger Beratungslösungen setzen müssen. Auch wenn wir in den letzten Jahren vermehrt erleben, wie sich zunehmend komplexe Produkte online beraten und verkaufen lassen, wird es aus Sicht der Finanzdienstleister bis auf Weiteres notwendig sein, in Omni-Channel-Vertriebsmodellen zu denken und das Miteinander aus digitalen und analogen Kundentouchpoints optimal zu orchestrieren. (vwh)
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz
Bild: Uta Niendorf Versicherungsexpertin und Associate Partner bei der Business- und IT-Beratung Q_PERIOR. (Quelle: Q_Perior)
Vertrieb · Q_Perior · Plattformen
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