Köpfe & Positionen

Weiler rechnet mit Amazon-Angriff auf die Branche

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wolfgang Weiler, Präsident des Branchenverbandes GDV, glaubt an die Stabilität der Lebensversicherer. Dass keiner der 84 Anbieter im nächsten Jahr das Handtuch wirft, dafür will er seine Hand nicht ins Feuer legen. Beim Thema Regulierung fürchtet er eine Benachteiligung der Branche, einen Markteintritt von Amazon hält er für wahrscheinlich.
Das Thema Regulierung ist so alt wie die Versicherung selbst. Im neuen Evaluierungsbericht der Bundesregierung steht, dass 34 von 84 Lebensversicherer unter intensiverer Aufsicht der Bafin stehen. Gabriel Bernadino, Eiopa-Chef, wollte nicht ausschließen, dass einige Versicherer in Gefahr geraten könnten und die Bundesregierung plant, die Anforderungen für den Sicherungsfonds zu erhöhen.
Für den GDV-Chef gibt es aber keinen Grund, an der "Stabilität der Branche zu zweifeln". Der GDV habe keine Kenntnis, nach welchen Kriterien die intensivere Aufsicht erfolge. Die Kritik des Eiopa-Chefs nimmt er gelassen, nicht jedes Land habe so hohe Solvenzquoten wie Deutschland. Generell müssten "noch ein paar rechtliche Detailfragen präziser geregelt werden".
Alles neu macht der Herbst
Die anstehende Änderung des LVRG beschäftigt die Branche natürlich, insbesondere der Provisionsdeckel ist ein heißes Thema. "Wir wehren uns gegen starre Regeln bei den Provisionen. Das fände ich aus marktwirtschaftlichen Gründen nicht richtig", erklärt Weiler gegenüber dem Handelsblatt. Eine solche Regelung würde die Branche singulär treffen und gegenüber der Fondsbranche benachteiligen, mit der man im "intensiven Wettbewerb" stehe. Das die Versicherungsbranche mehr Gebühren verlangen würde wie Fondsanbieter sei eine "alte Legende".
Das alte Lied des Run-Off
Bei Thema Verkauf der Lebensversicherungen an Dritte widerholte Weiler die Position des Verbandes. Es handle sich beim Run-Off um eine "ganz normale Möglichkeit". Wichtig sei, dass "dies zum Nutzen aller Beteiligten ist". Man solle das ideologisch nicht überhöhen".
Die Gefahr eines Angriffs von Amazon und Google hält Weiler für realistisch, "Wir müssen damit rechnen, dass derartige Unternehmen Vorstöße unternehmen, um sich auch im Finanzmarkt eine große Stellung zu erobern." (vwh/mv)
Bild: Wolfgang Weiler (Quelle: GDV)
GDV · BaFin · Eiopa · Run-off · Wolfgang Weiler
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