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Die Axa vernimmt den Schrei nach Rente

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Höhere Einkünfte im Alter werden als wichtigstes Staatsziel von allen Generationen gefordert. Das ist die wichtigste Erkenntnis eines Reports der Axa Deutschland. Die Zahlen zeigen Furcht vor der Rente und den Wunsch nach einem grundlegenden Rentenwandel. Kann die Versicherungswirtschaft in die Lücke springen und die Vertrauens- und Rentenlücke schließen?
Die Rentenpolitik ist gescheitert: Berufstätige empfinden inzwischen mit großer Mehrheit Sorgen und Furcht beim Gedanken an ihren Ruhestand. Wer schon Rentner ist, berichtet überwiegend nur von Verlust an Lebensqualität. Das Vertrauen in die Politik erreicht dazu in allen Bundesländern Tiefstwerte, heißt es in dem Report.
Keinen Zweifel lässt der Axa Vorstand Patrick Dahmen an seiner Einschätzung der Ergebnisse: "Das Ergebnis des diesjährigen Axa Deutschland-Reports kommt einem regelrechten Aufschrei der Bevölkerung zur Verbesserung der Situation im Ruhestand in Deutschland gleich, der quer durch alle Generationen geht. Vor allem die Babyboomer-Jahrgänge als nächste Rentnergeneration empfinden die Kluft zwischen den finanziellen Möglichkeiten im Berufsleben und im Ruhestand offenbar als besonders groß." (siehe KÖPFE & POSITIONEN)
In der Tat sind die Babyboomer gar nicht zufrieden mit der Situation, wie diese Grafik zeigt
Die Kluft ist zu groß
Die Situation im Ruhestand gegenüber dem Erwerbsleben wird quer durch alle Alters- und Einkommensschichten inzwischen "äußerst negativ" beurteilt, besonders in den östlichen Bundesländern. Bei nur einem Drittel der Berufstätigen Deutschen überwiegt heute noch Freude beim Gedanken an den Ruhestand. Bei rund der Hälfte dominieren dagegen Sorgen. Rund zwei von drei Erwerbstätigen macht das Thema Altersvorsorge heute sogar mehr Angst als früher. Dabei ist offenbar weniger die tatsächliche Rente ursächlich als vielmehr der Unterschied zwischen Gehalt und Rente.
Dahmen: "Es hat seit 2016 zwei vergleichsweise deutliche Erhöhungen der gesetzlichen Renten gegeben – und dennoch wächst die Unzufriedenheit der Ruheständler weiter. Das zeigt, dass die Ursachen tiefer liegen müssen. Sie entzündet sich offenkundig vor allem an der finanziellen "Fallhöhe" zwischen dem Berufs- und Rentner-Leben in Deutschland."
Ist die Lebensversicherung noch der Anker?
Es ist natürlich nicht so, dass die Rentensituation hierzulande zum ersten Mal schwierig ist, in der Vergangenheit hatten die Deutschen allerdings den Rettungsanker Lebensversicherung. Doch des deutschen Sparers liebstes Kind hat in Zeiten der Niedrigzinsen und der Run-Offs an Renommee verloren. In einer Umfrage im März gaben 47 Prozent der Befragten an, ihr Vertrauen in die Lebensversicherungen als Baustein der Altersvorsorge habe "stark abgenommen", weitere 32 Prozent sagten, ihre Zuversicht habe "etwas abgenommen".
Die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung sind stabil, zeigen aber eine abnehmende Tendenz – ein Minus von 4,6 Prozent im Jahr 2017 bei den laufenden Beiträgen. Gelingt es der Branche, die Rentenangst der Bürger aufzunehmen und in die bAV oder die, nicht unumstrittene, Riester-Rente umzuleiten? Alles beginnt mit Vertrauen, wenn die Deutschen das nicht haben, werden sie auf hohem Niveau den Versicherern immer weniger Geld anvertrauen.
Die Alternative sind die Banken, die aber mit einem massiven Vertrauensverlust zu kämpfen haben  – und die Deutsche Bank arbeitet mit negativen Unternehmensmeldungen beharrlich daran, dass sich das in Zukunft nicht ändern wird.
Ob die bereits öfter thematisierte Veränderung der Riester-Rente das Vertrauen in die private und staatliche Vorsorge wieder kitten würde, ist reine Spekulation. Thematisiert werden sollte die Rentenangst der Deutschen aber auf jeden Fall, bevor politische Rattenfänger die Thematik für ihre Pläne aufgreifen. (vwh/mv)
Bild: Sorge um die Rente (Quelle: I. Rasche / www.pixelio.de / PIXELIO)
Grafikquelle: Axa
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