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Pflege statt Überversorgung am Lebensende

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zur Finanzierung notwendiger und besserer Pflege wäre genug Geld da. In der medizinischen Versorgung, die ja von den Krankenkassen zu tragen ist, müsste nur die Erlebensqualität mit pflegerischer Betreuung in der letzten Phase des Lebens gegenüber der Anwendung teurer Intensiv-Therapien Priorität haben. So der Vorschlag von Rita Gabler aus der Pflege- Praxis auf der gestrigen Jahrestagung des PKV-Verbandes in Berlin.
Auf dem Podium der PKV-Jahrestagung diskutierte die Leiterin des PalliativTeam Erding mit Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR) und dem seit zwei Monaten amtierenden Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus über Probleme und Zukunft der Pflege. Uwe Laue konstatierte in seinem Eingangsstatement, "Pflege ist für die Bürger ein Megathema geworden".
Der Verband setzt sich für mehr Qualität in der Pflege ein und unterstützt folgerichtig die politischen Anstrengungen für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Westerfellhaus betonte, dass das Problem ganzheitlich betrachtet werden muss, auch was die Lebensphase der Pflegebedürftigkeit betrifft. Es kann jeden in jedem Alter treffen. Es bedarf mehr Personal, das über die Ausbildung und eine Neujustierung der Aufgabenverteilung zwischen den Professionen dann einem Berufsstand "auf Augenhöhe" zu Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten usw. angehört. So könne man dann über Kompetenznetze, auch unter vom Berufsstand Pflege forcierter Entwicklung und Anwendung von digital care, dem komplexen Problem Herr werden. Seine Vorschläge sieht er als Input für einen Dialog, um den er sich sehr bemüht.
"Mit den Alterungsrückstellungen sind Privatversicherte gut auf den demografischen Wandel vorbereitet", sagt PKV-Verbandspräsident Uwe Laue. Für die Pflege seien dies derzeit 34,5 Mrd. Euro. Die gesamten Rückstellungen für die Demografie-Vorsorge der PKV hat die 250 Milliarden-Marke überschritten. Dennoch müssen sich die privat Krankenversicherten beim Thema Pflege wohl künftig auf höhere Beiträge einstellen. Für die Versicherten würde dies demnach einen Anstieg der Prämie von etwa zehn bis 20 Euro monatlich bedeuten. Allerdings seien gesicherte Aussagen für die Beamten noch nicht möglich.
"Wir rechnen noch, aber wir können bereits heute für den Bereich der rund 50 Prozent Selbstständigen und Angestellten unter unseren Versicherten sagen, dass es zu Prämienanhebungen zwischen 20 und 30 Prozent kommen wird", betonte Laue am Rande der Tagung nun auch offiziell. Einen Grund dafür sieht der Verbandspräsident dabei in der Pflegereformen der vergangenen Legislaturperiode und den dadurch deutlich steigenden Pflegeausgaben. Sie treffen die privaten Versicherungen genauso wie die gesetzlichen Kassen, da der Leistungskatalog bei der Pflege anders als in der Krankenversicherung vollkommen identisch ist. (vwh/ds/td)
Pflege · PKV-Jahrestagung
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