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Haifischbecken Fußballerversicherung

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Laut einer Liste des US-Magazins Forbes zählt Fußball zu den gefährlichsten Sportarten überhaupt. Kaum ein Profispieler kommt ohne Verletzung durch die Saison. Dabei sind Blessuren durch Zusammenstöße oder durch das Spielgerät Ball allein schon an der Tagesordnung und kaum der Rede wert. Pro Jahr erleiden im Schnitt einige Dutzend wirklich gefährliche Verletzungen. Neben Sehnen, Bändern und Muskeln der unteren Extremitäten sind häufig auch der Kopf- und Nackenbereich betroffen.
Erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Profifußball und dessen vollständiger Absicherung für Vereine wie Aktive ist in Deutschland Dieter Prestin, von 1975 bis 1989 246-facher Bundesligaspieler für den 1. FC Köln. Abwehrspieler Prestin, der nach eigener Sportinvalidität bei der Gothaer seine zweite Karriere als Versicherungskaufmann begann ist heute Berater, Vermittler und Vertrauensmann für die wichtigsten Vereine in Deutschland.
Von den 18 Clubs der 1. Fußball-Bundesliga hat die Dieter Prestin Sportversicherungsmakler GmbH eine Vielzahl von Vereinen und Spielern im Portefeuille die überhaupt voll umfänglich versichern. Denn es gibt tatsächlich Vereine, die nicht wollen oder die einfach sagen, uns reicht die Absicherung für den Todesfall, wie Prestin erläutert. Mit Blick auf den medizinischen Fortschritt sei das Risiko einer dauerhaften Sportinvalidität gering, so die Denke in manchem Verein, aber um Prämien und Ausgaben zu sparen wird nicht versichert.
Noch geringer wird die Durchdringung in den unteren Ligen zwei und drei. Bei den geringen Transfersummen die hier gehandelt werden ist der Ausfall auch nicht gleich existenzbedrohend für den Club, wie Prestin in der Praxis erlebt hat. Weil die meisten Vereine ihre Profiabteilung heute in Kapitalgesellschaften ausgelagert haben, steht mittlerweile der Bilanzschutz im Mittelpunkt der Absicherung. Die Spieler selbst agieren und versichern eigenverantwortlich; ein Ergebnis der größeren Autonomie und der immer höheren Transferzahlungen im Profigeschäft. Einen limitierenden Faktor gibt es jedoch bei aller Abgehobenheit der Spielergehälter.
Wegen des Bereicherungsverbotes darf eigentlich nicht mehr versichert werden, als der Spieler verdient hat, aber dazu gibt es Sonderlösungen. Hochkomplex und teuer wird es jedoch an der Spitze im Fußball-Oberhaus. Wenn zum Beispiel Nationaltorhüter Manuel Neuer nach drei Operationen am Fuß und einer mittlerweile fast neunmonatigen Auszeit weiter auf seinem alten Einkommensniveau leben möchte, muss die Nummer eins des FC Bayern , oder einer seiner Berater, einen auf alle Unwägbarkeiten abgedichteten Versicherungsvertrag abgeschlossen haben.
Dazu gehören obligatorisch eine Absicherung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall über die gesetzliche Frist von sechs Wochen hinaus, eine Absicherung gegen drohende Invalidität. Wenn Neuer und sein Berater vorausschauend gehandelt haben, muss der Nationalspieler trotz seiner langen Verletzungszeit mit keinen finanziellen Einbußen rechnen. Vielmehr könnte, so die deutsche Nummer eins dauerhaft spielunfähig werden sollte, auf den Versicherer eine achtstellige Forderung zukommen.
Dieses Risiko tragen in Deutschland jedoch nur ganz wenige Versicherungsunternehmen weshalb Dieter Prestin, auch aufgrund seiner eigenen Verletzung bei der er seinen Schaden selbst regulierten konnte, ein Modell mit Lloyds of London entwickelt hat. Damit ist im Ernstfall auch möglich geworden, einem Spieler der beispielsweise über ein Jahreseinkommen von zehn Mio. Euro verfügt, eine Deckung von bis zum 50 Mio. Euro einzuräumen.
Lloyds macht's möglich. Über diesen Risikoträger ist auch der BVB mit seiner Mannschaft abgesichert, Stichwort Anschlag auf den Teambus. Wäre der Sprengsatz etwas stärker dimensioniert oder wirkungsvoller platziert gewesen hätte der komplette Kader Schaden genommen. 100 Mio. Euro sind in einem solchen Szenario schnell beisammen, weswegen heutzutage auch die Absicherung gegen Terror, Flugzeugabstürze oder sonstige dramatische Ereignisse, wie der Freitod des ehemaligen Torhüters von Hannover 96, Robert Enke gecovert werden.
Darüber hinaus besteht in dieser Kooperation von Prestin und Lloyds auch die Möglichkeit für Vereine eine Police für den Fall abzuschließen, die etwaige Ausfälle für das Nichterreichen eines Champions League-Platzes kompensiert. Neben Prestin agieren in diesem diffizilen Bereich einige, wenige Makler und Versicherungsunternehmen. Die Allianz zum Beispiel hat sich über ihr Engagement beim FC Bayern München, wo man nicht nur Sponsor, sondern auch Anteilseigner an der AG ist, in das Haifischbecken der Profi-Sportversicherung im Rahmen der Krankenversicherung gewagt.
Einen weiteren und damit doppelt und dreifach abgesicherten Auftritt genießen die Spieler der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Egal wie die jeweils individuelle Versicherungssituation des Spieleres und dessen Heimatvereins auch sind, der DFB sichert seinerseits auch noch ab. Wenn also das Team von Bundestrainer Joachim Löw seinen Weltmeistertitel aus Brasilien in Russland in diesem Jahr nicht verteidigen kann, wird es jedenfalls nicht an den Versicherern gelegen haben. (vwh/ak)
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