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Treuhänderische Verantwortung hat auch Nachhaltigkeit im Blick

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Immer öfter hört man beim Thema Geldanlage die Forderung nach Nachhaltigkeit. Wie genau das aussehen könnte, erklärt Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung bei der Deka Investment GmbH, in einem exklusiven Gastbeitrag für VWheute, mit dem er einen Vorgeschmack auf seinen Vortrag auf der Finanzmesse FinPro 2018 gibt.
Treuhänderische Verantwortung muss auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Gesichtspunkte im Blick haben – und zwar nicht nur, weil das regulatorisch gefordert wird oder andernfalls die Reputation beschädigt werden kann. Sondern auch, weil die Berücksichtigung von ESG-Faktoren Ausgangspunkt ist für ein verbessertes Risikomanagement in der Geldanlage. Mehr Nachhaltigkeit im Portfolio geht keineswegs zu Lasten der Rendite. Das wurde wissenschaftlich belegt, beispielsweise in einer Meta-Studie von 2015, die über 2.000 empirische Untersuchungen ausgewertet hatte.
Insbesondere durch den Klimawandel sind die heutigen Geschäftsmodelle von Unternehmen Risiken ausgesetzt – entweder direkt in Form von physischen Auswirkungen oder indirekt als so genannte Transitions- oder Anpassungsrisiken. Eine umfassende Risiko-/Renditebeurteilung von Anlageentscheidungen muss daher wichtige Fragen beantworten: Welche Branchen oder Unternehmen sind besonders gefährdet? Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf Gewohnheiten, Preise und Konsumverhalten? Was ist, wenn bestimmte Rohstoffe wegen Klimaveränderungen nicht mehr zur Verfügung stehen? Kann ein Unternehmen endliche Rohstoffe durch nachwachsende ersetzen? Welche Bilanzaktiva werden obsolet und damit wertlos, also zu sogenannten "stranded asset“?
Ein Phänomen, das Investoren zunehmend bei Anlageentscheidungen beschäftigt, sind sogenannte "Tail Risks" oder Extremrisiken. Spätestens durch die Ereignisse der letzten Jahre zeigt sich, dass Extremrisiken viel häufiger schlagend werden können, als die normalverteilte Wahrscheinlichkeitsrechnung suggeriert. Die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels (Überschwemmungen, zunehmende Schäden durch tropische Wirbelstürme in unterschiedlichen Teilen der Welt) sind solche Extremrisiken.
Für Anleger – institutionelle und private gleichermaßen – eröffnen sich hier aber auch attraktive Investitionsmöglichkeiten in eine dekarbonisierte Zukunft. Beispielsweise gibt es bereits heute eine Vielzahl von Publikumsfonds, die sich etwa auf Umwelttechnologien konzentrieren und Anlegern Investitionen in Megatrends wie Umweltschutz, erneuerbare Energien oder Wasser ermöglichen. Insgesamt werden der Umweltmarkt und klimabezogene Projekte weiter an Breite gewinnen. Insofern eröffnen sich für Anleger vielfältige Möglichkeiten, sowohl im Aktien- als auch Rentenbereich, dort insbesondere in Form von Green Bonds.
Es ist zudem davon auszugehen, dass die derzeit von der Europäischen Kommission vorbereiteten Maßnahmen zur Klassifizierung von "grünen" Investments beziehungsweise die Einführung von Labeln für "grüne" Anlageprodukte nach ihrer Umsetzung sowohl Angebot als auch Nachfrage stimulieren werden.
Die fünfte FinPro® – Messe-Boutique für innovative Finanzprodukte findet am 26. und 27. Juni 2018 im Grandhotel Schloss Bensberg in Bergisch-Gladbach bei Köln statt.
Nachhaltigkeit · Finpro · Deka
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