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Keiner mag mehr Kohle – Hannover Rück steigt aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es wird langsam zum Trend: Nach der Allianz zieht sich mit der Hannover Rück nun nächste Versicherer aus dem Geschäft mit Kohle zurück – zumindest teilweise. Der Rückversicherer will nach eigenen Angaben aus Kohle-Investments aussteigen und die dazugehörigen Kapitalanlagebestände abbauen. Aber ganz wird das Geschäft nicht aufgegeben.
Konkret sieht das neue Modell vor, das die Hannoveraner nicht mehr in Unternehmen investieren, die mehr als 25 Prozent ihrer jährlichen Umsätze mit Kohlegewinnung und thermischer Stromerzeugung erwirtschaften. Die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und Kohleabbau bleibt allerdings im Portfolio, anders als bei der Allianz.
Auf die Nachfrage, warum der Ausstieg beschlossen wurde, schreibt der Rückversicherer: "Seit inzwischen mehr als fünf Jahren wird das Kapitalanlagen-Portfolio der Hannover Rück auf die Einhaltung definierter Nachhaltigkeitskriterien geprüft und entsprechend bereinigt.
Im Mittelpunkt steht der UN Global Compact, dessen Prinzipien auch einen deutlichen Umweltbezug beinhalten. Der Anteil an Investments in Kohle lag bisher deutlich unter einem Prozent unseres gesamten Kapitalanlagebestands. Hierbei handelte es sich also um insgesamt einen sehr kleinen Teil des Portfolios. Wir sind aktuell noch dabei, diesen Teil zu bereinigen."
Warum bleiben dann die Kraftwerke außen vor? "Solange es solche Kraftwerke gibt, sehen wir es im allgemeinen Interesse, dass diese versichert werden. Wir sehen uns nicht in der Position, konträr zu Regierungsentscheidungen zu handeln."
Kohle und Dividende
Trotz des (minimal) geschrumpften Geschäftes wollen die Hannoveraner mehr Dividende auszahlen, wie Finanzvorstand Roland Vogel erklärt: "Wenn negative Ereignisse am Kapitalmarkt sowie Naturkatastrophen wie im vergangenen Jahr ausbleiben, sollten wir inklusive Sonderdividende bei einer Ausschüttung von fünf Euro pro Aktie bleiben können. Unsere Profitabilität hat sich in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, die reguläre Dividendenausschüttungsquote nach oben anzupassen." (vwh/mv)
Allianz · Hannover Rück · Umwelt · Kohle
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