Politik & Regulierung

So wird die IFRS 17 Umsetzung ein Erfolg

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung von IFRS 17 stellen sich weltweit über 450 Versicherer weitreichenden organisatorischen, prozessualen und IT-architektonischen Challenges. Bis zur Erstanwendung bleibt noch Zeit, doch erste Hebel müssen schon jetzt betätigt werden, wissen die drei Deloitte-Experten Hans Peter Hochradl, Michael Koch, und Sven Schillo.
In Deutschland gibt es ca. 15 Programme in denen IFRS 17 implementiert wird, davon knapp die Hälfte bei Erst- und Rückversicherungsunternehmen mit Hauptsitz in Deutschland. Auch wenn sich einzelne Parteien eine Verschiebung wünschen, eine Erstanwendung des neuen Standards zum 01. Januar 2021 ist wahrscheinlich.
Wenngleich es sich um einen Rechnungslegungsstandard handelt, wirkt sich der IFRS 17 nicht nur auf das Rechnungswesen aus, sondern nimmt signifikanten Einfluss auf das Aktuariat und die IT. Herausforderungen rund um die Themenkomplexe Stakeholder, Produkt, Personal, Projektmanagement, Kapital & Risiko sowie Prozesse & IT verknüpfen diese Bereiche miteinander.
Die Unternehmen sollten jetzt bereits mit der Umsetzung beginnen, das sind wesentliche Fokusbereiche für die Zukunft:
  • Klärung zentraler fachlich-methodischer Fragestellungen bei paralleler, iterativer Implementierung bereits geklärter Sachverhalte,
  • Definition des Target Operating Modells und Design der "End-to-end-Prozesse", insbes. um die zeitlichen Anforderungen an Periodenabschlüsse in das Lösungsdesign einfließen zu lassen und die neue Aufgabenteilung bspw. zwischen Aktuariat und Rechnungswesen zu finalisieren,
  • Konzeptionen von aktuariellen Modellen und Softwareumsetzungen,
  • Definition der IT-Architektur finalisieren und Softwareauswahlprozesse abschließen; anschließend empfehlen wir im Rahmen der iterativen Umsetzung einen ersten Datenfluss von den Kernversicherungssystemen, über aktuarielle Systeme, IFRS 17-Standardlösung/zentrales Nebenbuch hin zum Hauptbuch umzusetzen – durchaus mit eingeschränktem Produkt- und Funktionsumfang, z.B. nur ein Produkt, nur eine Gesellschaft, kein verlustträchtiges Geschäft,
  • Finalisierung des Rollout-/Onboarding-Konzeptes von Einzelgesellschaften auf die neue IFRS 17-Plattform.
Besser früh als spät
Laut den Experten ist eine rechtzeitige Implementierung der neuen Herausforderungen sinnvoll, den sonst drohen hohe Folgeaufwände und unerwünschte Prüfungsfeststellungen. Die meisten Versicherungsunternehmen planen den Go-Live bereits im Jahr 2020. Das eröffnet einige Chancen, beispielsweise das Sammeln von Erfahrungen mit IFRS 17 während des Jahres 2020, das Umsetzen von Optimierungsmöglichkeiten und das frühzeitiges Erzeugen notwendiger IFRS 17-Vergleichszahlen für die Abschlüsse 2020 zu 2021. Zudem wird ein hochriskanter sogenannter "Big-bang" mit Umstellung aller IT-Anwendungen und Prozesse in einem konzernweiten Migrationsvorgang zum 01.01.2021 vermieden.
Dass die Umsetzung schwierig aber machbar ist, wissen die Experte: "Mit einem gesunden Pragmatismus, intelligenten Ansätzen und tatsächlich angewendeten Vereinfachungen lassen sich die Komplexitäten sehr gut aktiv managen." (vwh/mv)
Den kompletten Artikel inklusive Anleitung, wie Versicherer Schritt für Schritt IFRS 17 umsetzen, lesen Sie in der aktuellen Versicherungswirtschaft.
Bild: Akten (Quelle: Martin Moritz  / www.pixelio.de / PIXELIO)
 
Deloitte · Verwaltung · IFRS 17
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