Köpfe & Positionen

Bernert: "Man muss nachdenken, wo man innoviert"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die technische Seite ist am Ende nur ein Hilfsmittel, um Empathie zu schaffen." Das erklärt Alexander Bernert, Head of Retail Market Management Zurich Deutschland, in der Versicherungswirtschaft. Besonders wichtig für den Erfolg der Innovation ist laut dem Experten das Scheitern.
Dass die Zurich bereit für Investitionen ist und auch Ideen wie den Hackathon unterstützt und fördert, das hat sie in der jüngeren Vergangenheit bewiesen. Doch auch im Unternehmen selbst soll die Kreativität gefördert und ausgelebt werden. Zukäufe wie zuletzt das niederländischen Insurtech Digital Insurance Group sind eine Möglichkeit, neue Ideen ins Haus zu holen, dennoch ist ein eigenes Maß an Innovationskraft nötig, die Zurich setzt dabei auf "agile Champions".
"Die Champions haben sich bei uns in den letzten beiden Jahren fest etabliert. Die interdisziplinären Teams sind praktisch interne Start-ups und schaffen Räume, in denen man experimentieren kann und darf. Und in denen der Portfoliosteuerungsgedanke gelebt wird. Die Aufgabe der Champions, die wir nach Kundensegmenten aufgestellt haben, ist es, zu schauen, wie unsere Kunden eigentlich Zurich als Versicherer entlang der verschiedenen Berührungspunkte erleben", erklärt Bernert.
Das bei kreativem Handeln nicht immer alles Gold ist, was man anfasst, gehört zum Prozess. "Im Unternehmen braucht man den echten Willen, neue Dinge auszuprobieren und auch die Bereitschaft, zu akzeptieren, wenn mal was schiefgeht. Am Anfang wissen Sie ja nicht, ob eine Idee gut ist. Innovationskultur bedeutet also, dass die Leute bereit sind, etwas auszuprobieren." Totaler Erfolg aller Ideen wäre sogar kontraproduktiv, wie Bernert erklärt: "In einer Venture-Kultur gibt es eine Regel: Wenn man mit jedem Unternehmen, das man fördert, Erfolg hat, dann geht man zu wenig Risiko ein und reizt die Risk-Return-Quote nicht optimal aus. Man muss Innovationen immer im Portfolio denken und akzeptieren, dass in einem Portfolio immer ein Teil nicht funktionieren wird. Man kann nicht immer voll auf Nummer sicher gehen."
Dass die Versicherungswirtschaft kein einfacher Ort für Experimente ist, weiß auch der Zurich-Experte: " Man muss sehr genau darüber nachdenken, in welchen Bereichen man wie innoviert und welche langfristigen Konsequenzen das haben kann. Man experimentiert dann häufig erst mal in unkritischen Bereichen."
Die Suche nach Neuem geht weiter
In welche Richtung die Suche nach der perfekten Technik gehen wird, kann im Moment noch niemand sagen, auch nicht die Zurich, aber alles ist möglich: "Wir testen gerade den bestmöglichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, vor allem in der Kundeninteraktion aber auch intern bei uns im Backend, um Prozesse zu optimieren." Das ist aber nicht alles, denn "über Augmented und Virtual Reality bzw. Blockchain machen wir uns auch Gedanken." (vwh/mv)
Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Versicherungswirtschaft.
Bild: Alexander Bernert (Quelle: Zurich)
Zurich · Innovation · Insurtech · Alexander Bernert
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