Politik & Regulierung

LG Leipzig: Lange Haftstrafe wegen Versicherungsbetrugs

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Urteil fiel deutlich aus: Wegen besonders schwerer Brandstiftung, schwerer Körperverletzung und versuchten Versicherungsbetrugs muss ein 29-Jähriger Leipziger für 13 Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Dies hat das Landgericht Leipzig am Montag entschieden. Zuvor hatte der Mann zugegeben, das Feuer in seiner Wohnung gelegt zu haben.
Die zuständigen Richter sahen es schließlich als erwiesen an, dass der 29-Jährige im Oktober vergangenen Jahres in den Zimmern Benzin verschüttet und angezündet hatte. Dabei sei es dann "zur Überraschung des Angeklagten" zu einer Explosion gekommen. Nur drei Tage nach der Tat hatte er bei seinem Versicherer eine Schadensmeldung über knapp 44.000 Euro eingereicht.
Dabei war der Schaden an dem Gebäude deutlich größer: Durch die Explosion wurden Teile der Hausfassade wurden weggesprengt. Die Mieterin in der darüberliegenden Wohnung konnte sich zwar zunächst auf den Balkon, stürzte von dort aber aus dem vierten Stock in die Tiefe. Dabei wurde die Frau durch den Sturz schwer verletzt. Zudem wurden weitere Menschen durch die Explosion verletzt. Der Schaden beläuft sich auf 1,2 Mio. Euro. Das Haus selbst ist seitdem unbewohnbar.
Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld eine lebenslange Haftstrafe gefordert, weil er mit hoher krimineller Energie das Leben seiner Mitbewohner aufs Spiel gesetzt haben soll. "Die Bewohner haben um ihr Leben gekämpft, weil der einzige Fluchtweg über den Flur durch dichten Qualm versperrt war. Es war ein Glück, dass niemand gestorben ist", betonte Staatsanwältin Karin Schultrich in ihrem Plädoyer. (vwh/td)
Bildquelle: I. Rasche / PIXELIO (www.pixelio.de)
Versicherungsbetrug · Landgericht Leipzig
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