Politik & Regulierung

Sturz vom Kamel kostet 70.000 Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Tierreich scheint sich gegen die Versicherungs- und Menschenwelt verschworen zu haben. Nachdem ein Bauer sich kürzlich bei Aufstellen einer Wühlmäuse- Schussfalle das Gehör schredderte, VWheute berichtete, ist jetzt eine Frau vom Kamel gefallen. Verhandelt wurde vor dem Oberlandesgericht Stuttgart die Schuld- und Haftungsfrage.
Eine Frau besuchte mit ihrer Mutter eine Kamelfarm in Sigmaringen und absolvierte dabei einen Ausritt auf dem Tier. Der Kamelhalter führte die beiden Tiere in der Mitte mit einer Kette, als die kleine Schwaben-Karawane auf eine Gruppe Hunde samt Halter traf. Die Kamele erschraken durch das Gebell und vollführten eine plötzliche Bewegung, bei der die 27-jährige Klägerin vom Kamel fiel und sich schwere Kopfverletzungen zuzog, die Einschränkungen in der Erwerbstätigkeit nach sich zogen. Wer haftet in welcher Höhe und warum?
Kamel ungleich Hund
Das Berufsgericht stellte fest, das ein Kamel in Deutschland kein Haus- und Nutztier sei, was sicherlich kaum zu beanstanden ist. Damit kann sich der Kamelführer und Halter der Tiere nicht auf das Privileg des Haustierhalters berufen, was in diesem Fall mit einer Niederlage vor Gericht einhergeht. Der Nachweis des pflichtgemäßen Haltens reiche nicht aus, um sich aus der Haftung zu befreien.
Zudem habe er beim Führen der Tiere die nötige Sorgfalt nicht beachtet, das Führen beider Tiere an einer Kette sei nicht ausreichend. Erschwerend kommt hinzu, dass der Karawanenführer der geschädigten Person vor dem Ausritt "quasi abgeraten" habe, einen Helm zu tragen. Das OLG erhöhte den Anspruch der Klägerin von 50.- auf 70.000 Euro. (vwh/mv)
Bild: Kamel bzw. Dromedar (Quelle: Harald Schottner / www.pixelio.de / PIXELIO)
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