Politik & Regulierung

LG Leipzig entscheidet über Versicherungsbetrug

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Landgericht Leipzig muss heute in einem besonderen Rechtsfall entscheiden. Im Oktober 2017 hatte ein 29-jähriger Mann mittels Brandbeschleuniger seine Wohnung in Flammen gesetzt, um damit die Versicherungssumme seiner Hausratversicherung zu kassieren. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine lebenslange Haftstrafe, weil er mit hoher krimineller Energie das Leben seiner Mitbewohner aufs Spiel gesetzt haben soll.
Dabei schien der junge Mann allem Anschein nach recht gründlich vorgehen zu wollen: Rund zehn bis 20 Liter Benzin soll der 29-Jährige in der Wohnung verteilt haben und anschließend angezündet haben. Die Folgen waren jedenfalls verheerend.
Durch die anschließende Explosion und Druckwelle wurden vier Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Eine Frau sprang dabei in Panik aus dem vierten Stock. Der Angeklagte selbst soll zum Zeitpunkt der Explosion nicht Haus gewesen sein.
Die Polizei schätzt den Schaden jedenfalls auf rund 1,2 Mio. Euro. Seitdem gilt das Mehrfamilienhaus als unbewohnbar. Zudem wurden zehn Fahrzeuge von herabstürzenden Trümmern beschädigt.
Seit Mitte April dieses Jahres muss sich der 29-Jährige nun vor dem Landgericht Leipzig wegen seines Handelns verantworten. Der Vorwurf: Schwere Brandstiftung in Tateinheit mit versuchtem Mord in elf Fällen sowie Sachbeschädigung und schwerer Betrug.
Geht es nach der Staatsanwaltschaft, habe der Angeklagte heimtückisch, mit gefährlichen Mitteln und zur Ermöglichung einer anderen Straftat agiert und sich deshalb des versuchten Mordes schuldig gemacht. Die Forderung daher: Eine lebenslange Haftstrafe.
"Die Bewohner haben um ihr Leben gekämpft, weil der einzige Fluchtweg über den Flur durch dichten Qualm versperrt war. Es war ein Glück, dass niemand gestorben ist", betonte Staatsanwältin Karin Schultrich in ihrem Plädoyer. Die Verteidigung plädierte indes eine Haftstrafe von sieben Jahren. Das Urteil soll heute um 13 Uhr verkündet werden. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Hausratversicherung · Landgericht Leipzig
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