Märkte & Vertrieb

Für die reine Beratung will niemand zahlen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Honorarberatung kann nicht groß werden. Die Zahl der Vermittler, die ausschließlich für ihre Beratung bezahlt werden, steigt nur auf niedrigem Niveau. Das zeigt eine entsprechende Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Grünen an die Bundesregierung. Ist die objektive Beratung gegen Bezahlung am Ende ein Flop? Die Zahlen lassen kaum einen anderen Schluss zu.
So beraten lediglich 19 Wertpapierdienstleister in Deutschland ausschließlich auf Honorarbasis, in den letzten zwei Jahren ist die Zahl um zwei gestiegen. Weiterhin arbeiten hierzulande 179 Finanzanlageberater (2016 waren es 139), 317 Versicherungsberater und 622 Immobilien-Darlehensberater ohne Abschlussvergütung. Natürlich gibt es auch noch viele Mischformen, doch insgesamt dominiert die Beratung nach Abschlussprovision das Geschäft. In den Augen der Grünen ist das ein Unding.
Die oben genannten Zahlen sind ein Mini-Schrittchen in Richtung Wachstum der Honorarberatung, aber der Anteil am Gesamtmarkt ist niedrig. Wer ist dafür verantwortlich, die ablehnenden Kunden, die Unternehmen, die stur an der Honorarberatung festhalten oder der Gesetzgeber?
Für die Grünen ist die Sachlage klar. Die Versäumnisse der Bundesregierung sind ursächlich für die Honorarberatungsmisere. Diese habe es versäumt habe, Nettotarife zu fördern und eine Gebührenordnung für Vermittler aufzustellen, um die Beratung gegen Abschlussprovision abzulösen.
Ähnliche Forderungen hatte der Grünen-Politiker Gerhard Schick bereits kürzlich im Interview mit VWheute. (vwh/mv)
Bild: Geld (Quelle: Tim Reckmann / www.pixelio.de /PIXELIO)
Honorare · Honoraranlageberatung · Provision · Bündnis 90 / Die Grünen
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