14.06.2018Politik & Regulierung

Arbeitsunfall: Maus zerstört Gehör von Landwirt

Von VW-RedaktionVW heute
Der Fall ist nicht ausgedacht, auch wenn er so klingt: Ein Bauer hat sein Gehör geschädigt, indem er eine Selbstschussgerät-Wühlmausfalle einsetzte und (versehentlich) selbst ausgelöst. Muss die gesetzliche Unfallversicherung für eine reine Sauerstofftherapie aufkommen, die das Knalltrauma laut Geschädigtem lindern kann?
Wenn Sie beim lesen dieser Zeilen energisch den Kopf schütteln und Nein brummeln, liegen Sie falsch. Es handelt sich tatsächlich um einen Arbeitsunfall, gewonnen hat der Landwirt allerdings nichts, denn er wollte die Bezahlung einer hyperbaren Sauerstofftherapie erreichen, einem Verfahren, in dem der Patient reinen Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck einatmet und das offenbar bei Knalltraumatafolgen Abhilfe schaffen kann.
Das Sozialgericht Münster erkannte zwar den Arbeitsunfall an, lehnte aber die Erstattung der Behandlung ab (Az.: S 3 U 11/16). Die oben genannte Behandlung sei keine wirksame Therapiemaßnahme, stellte das Gericht fest, wie Bunte berichtet. Der Nutzen der Therapie sei nicht ausreichend nachgewiesen, sodass nicht gesagt werden kann, ob die Arbeitsunfallfolgen durch die Therapie gelindert oder geheilt werden können.
Es gibt also keinen Sauerstoff für den Wühlmaus-Selbstschussgerät-Geschädigten-Landwirt aus dem Münsterland. Ob die Wühlmaus dennoch gefangen werden konnte, ist nicht überliefert. VWheute empfiehlt den Einsatz einer Schlange, die sind gegen Mäuse effektiv und leise. (vwh/mv)
Bild: Maus (Quelle: Samy13 / www.pixelio.de / PIXELIO)
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