Politik & Regulierung

Patienten verzweifeln am Gesundheitssystem

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Patientenversorgung in Deutschland muss gut sein, denn schließlich steigt die Lebenserwartung stetig. Doch das es im Gesundheitssystem Probleme gibt, zeigt nicht zuletzt der Monitor Patientenberatung 2017 der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Mangelnde Kommunikation und fehlende Beratung sind demnach die Hauptprobleme im Umgang mit den Patienten.
Die häufigsten Probleme sind Kommunikationsdefizite im Umgang mit Patienten und Versicherten sowie Hürden, die es Betroffenen erschweren, ihr Recht im Alltag wirksam durchsetzen zu können. "Aus der hohen Bedeutung der gesundheitsrechtlichen Beratungen können wir schließen, dass echte Gesundheitskompetenz regelmäßig über die Fähigkeit hinausreichen muss, medizinische Sachverhalte richtig einordnen und auf die persönliche Lebenssituation anwenden zu können. Sie wird ergänzt um Systemkompetenz, also das Wissen, wo die passende Unterstützung und Hilfe zu finden ist. Dazu kommt gesundheitsrechtliche Kompetenz, um persönliche Gesundheitsinteressen und Ansprüche gegenüber Leistungserbringern und Kostenträgern durchsetzen können", führt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede aus.
Vielen Patienten gelingt es nicht einmal Zugang zum Gesundheitswesen zu bekommen. Es mangelt an Orientierungswissen und an qualitative Informationen, die den Menschen helfen, die für sie passenden Angebote zu finden.
Krankengeld ein stetiges Problem
Der Auswertung zufolge nehmen in der gesundheitsrechtlichen Beratung Fragen zum Krankengeld eine besonders starke Rolle ein: Die Zahl der Beratungen kletterte von 10.193 Beratungen im Vorjahr auf 14.334 Beratungen. Nach wie vor ungelöst ist das Problem existenzbedrohender Konsequenzen durch den Verlust des Anspruchs auf Krankengeld aufgrund formaler Lücken in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, und zwar unabhängig vom objektiven Gesundheitszustand der Versicherten.
Ein weiterer Stein des Anstoßes ist die Praxis des medizinischen Dienstes, die Bewertung des Gesundheitszustandes eines Betroffenen auch nach Aktenlage vornehmen zu können. Das eine verbesserte Pflege die Versicherten beider Kassen zusätzlich belastet und zu höheren Beiträgen führen wird, ist heute Thema im SCHLAGLICHT.
Auch der Verdacht auf Behandlungsfehler (5.851 Beratungen) treibt die Patienten um. Als besonders störend wird empfunden, dass die Betroffenen nicht wissen, wohin sie sich mit ihren Ansprüchen wenden können. Nach wie vor werden beispielsweise die Einsichtsrechte in die Patientenakte nicht immer gewährt, obwohl ein Rechtsanspruch besteht.
Vielleicht kann an dieser Stelle die elektronische Gesundheitsakte Abhilfe schaffen, die DKV, Central und Signal Iduna ihren Patienten bieten. In Zusammenarbeit mit IBM bieten die Unternehmen Ihren Versicherten den Service an. "Die eGA ist eine Gesundheitsplattform, auf der eine Vielzahl fachlicher Mehrwertdienste mit hoher Reichweite und erheblichem Nutzen für unsere Kunden bereitgestellt werden können“, konstatiert Mirko Tillmann, Vorstand der Central Krankenversicherung. "Unsere Kunden verfügen momentan über viele Daten, die sie nicht ausreichend kennen, verstehen oder nutzen können. Mit der eGA wird sich das grundlegend verändern, und der Kunde kann sich gezielt für die für ihn relevanten Gesundheitsservices entscheiden. Das bietet unseren Kunden völlig neue Möglichkeiten, ihre Gesundheitsthemen aktiv zu gestalten.“ (vwh/mv)
Gesundheitswesen · PKV · GKV · Pflege · Monitor Patientenberatung
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