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VHV bleibt auf der Erfolgsspur

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die VHV Versicherungsgruppe Hannover hat im Geschäftsjahr 2017 wieder "sehr erfolgreich" abgeschnitten. Trotz des nicht einfachen Umfeldes ist es nach den Worten von Vorstandschef Uwe H. Reuter gelungen, die schon ambitionierten Ergebnisziele mit einem Rekordgewinn von 156,1 (Vorjahr: 127,8) Mio. Euro und einem Wachstum der Vertragszahlen um 4,8 Prozent und der Beiträge um 6,1 Prozent noch zu übertreffen.
Dazu hätten alle Bereiche der Gruppe beigetragen. Mit Stolz vermeldete Reuter auch, dass die VHV Gruppe erneut von Standard & Poor das Rating A+ erhalten hat. Begründet worden sei dies mit der marktüberdurchschnittlichen Profitabilität der VHV Allgemeine und dem vorteilhaften Risiko-/Renditeprofil der Hannoverschen Leben.
Die Kapitalausstattung unter Solvency II belegt dies mit einer Quote von 301 Prozent bei der Sachversicherung und stolzen 436 Prozent bei der Lebensversicherung. Reuter schrieb die Erfolge dem langjährigen Fitnessprogramm zu, das auch weiterhin konsequent verfolgt werde. Das Ziel sei es, Kosten und Prozesse auf die sich schnell verändernden Anforderungen und Kundenbedürfnisse anzupassen und den erreichten Vorsprung zu sichern.
Die Beitragseinnahmen der Gruppe überschritten im vergangenen Jahr mit 3,04 Milliarden Euro erstmals die 3-Milliarden-Marke. Dazu trugen der Kompositbereich (VHV Allgemeine und die österreichische Tochter VAV) 2,06 Mrd. Euro (+8,4 Prozent) und die Lebensversicherung 979,1 Mio. Euro (+1,6 Prozent) bei. Beide Sparten profitiereten von dem über Markt liegenden Wachstum bei weiterhin guter Portfolio-Qualität.
Die auf 15,97 Mrd. Euro aufgestockten Kapitalanlagen warfen mit 636,1 (653,9) Mio. Euro weniger Erträge ab, weil im Gegensatz zum Vorjahr keine hohen Veräußerungsgewinne realisiert worden sind. Erneut verstärkt werden konnten die haftenden Eigenmittel und die finanzielle Unternehmenssubstanz.
Die VHV Allgemeine erzielte Beitragseinnahmen in Höhe von 1,97 Mrd. Euro (+8,5 Prozent). Die mit einem Marktanteil von 4,9 Prozent in Deutschland seit Jahren schon stärker als die Wettbewerber wachsende größte VHV-Sparte, die Kfz-Versicherung wuchs um 7,6 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro.
Die Ertragskraft der Kfz-Sparte hat sich durch Risikoselektion und Schadenmanagement weiter verbessert. Dies spiegelt sich auch in der Combined Ratio wider, die sich trotz höherer Schäden auf 86,6 (87,8) Prozent verbessert hat. Auch im gesamtne Kompositbereich verringerte sich die Combined Ratio auf 90,7 (91,9) Prozent. Als Spezialversicherer der Bauwirtschaft profitiert die VHV von der anhaltend starken Baukonjunktur und dem hohen Bauaufkommen. In diesem Bereich ist die VHV in Sachen Digitalisierung schon sehr weit gediehen.
In der Kautionsversicherung über das Bürgschaftsportal werden inzwischen rund 90 Prozent der Bürgschaften voll automatisiert abgewickelt. Ein neues Kundenportal geht laut Reuter noch einen Schritt weiter zum ganzheitlichen Self-Service-Portal rund um das Thema Bürgschaften – ein "internes Pilotprojekt".
Das Leben-Geschäft verzeichnete Beitragseinnahmen in Höhe von 983,9 Mio. Euro Trotz hoher Abläufe und rückläufigem Gesamtmarkt stieg auch die Zahl der Verträge auf 993.000 (+3,0 Prozent). Der Direktversicherer Hannoversche Leben hat sich als Spezialist für biometrische Risiken etabliert und ist Marktführer im Neugeschäft mit Risikolebensversicherungen. Am Gesamtbestand machten diese inzwischen gut 70 Prozent aus.
Die Stornoquote von 1,9 Prozent – eine der geringsten am Markt – zeigt wie es heißt das große Vertrauen der Kunden in die Solidität des Unternehmens. Angesichts des vernachlässigbaren Anteils an lang laufenden Rentenversicherungen und in den nächsten Jahren auslaufenden Kapitallebensversicherungen mit hohen Garantiezinsen muss der Zinszusatzreserve in Zukunft deutlich weniger zugeführt werden als der Markt. Schon 2017 ging der Betrag von 189,0 auf 138,1 Mio. Euro zurück.
In das Jahr 2018 ist die VHV-Gruppe gut gestartet. In der Kompositversicherung wurden in den ersten fünf Monaten drei Prozent mehr Verträge abgeschlossen. So stark legte auch die Kfz-Sparte zu. Im Jahresendgeschäft konnten per Saldo 30.000 neue Kunden gewonnen werden. Allerdings gerät die VHV im Kfz-Geschäft wie es heißt immer stärker in den Fokus der Wettbewerber.
Der Schadenaufwand ist angesichts der Vielzahl von Stürmen um sieben Prozent gestiegen. Es fielen Elementarschäden bei Wohngebäuden in Höhe von elf (fünf) Mio. Euro an. Hinzu kam noch ein Großschaden im Baubereich. Zuwächse bei Zahl und Summe in der Größenordnung von 1,5 Prozent gab es in der Lebensversicherung. Erstmals überschritt der Bestand die Millionen-Grenze. Insgesamt rechnet Reuter wieder mit einem soliden und guten Geschäftsjahr. (cs)
Bild: Uwe H. Reuter (Quelle: VHV)
VHV · Uwe H. Reuter
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