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Lloyd's: Tokio ist besonders risikoanfällig

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Tokio durch äußere Risiken besonders stark für wirtschaftliche Verluste gefährdet. Mit einem möglichen Schaden von 24,3 Mrd. US-Dollar durch die wichtigsten 22 Gefahren liegt die japanische Hauptstadt deutlich vor New York mit 14,8 Mrd. US-Dollar und der philippinischen Hauptstadt Manila (13,3 Mrd.). Die geht aus dem City Risk Index des Versicherungsmarktes Lloyd's of London hervor.
Europäischer Spitzenreiter ist demnach die britische Hauptstadt London mit einem drohenden Verlust von bis zu 8,4 Mrd. US-Dollar. Die deutschen Städte liegen dabei im internationalen Vergleich recht weit hinten.
Am stärksten bedroht ist demnach laut Index die bayerische Landeshauptstadt München (1,7 Mrd.) vor Stuttgart und Berlin (jeweils 1,3 Mrd.) sowie Frankfurt am Main (1,2 Mrd.). Mit deutlichem Abstand folgen Köln (760 Mio. US-Dollar), Düsseldorf (700 Mio.) und Dortmund (220 Mio.).
Nach Angaben von Lloyd's gilt demnach ein Börsencrash mit einem BIP-Ausfall von 103 Mrd. US-Dollar, gefolgt von einem internationalen Konflikt (80 Mrd.), einem Tropensturm (63 Mrd.). und einer Pandemie (47 Mrd.).
Dabei soll der errechnete Wert die Summe benennen, welch Rückstellungen die Städte brauchen, um die Schäden zu beheben. Nicht berücksichtigt sind dabei jedoch der mögliche Verlust von Menschenleben und die Schadenzahlungen.
Allerdings konstatiert Lloyd's auch einige Besonderheiten für Europa: Demnach fallen zwischenstaatliche Konflikte auf dem europäischen Kontinent deutlich weniger ins Gewicht. Als größte Risiken nach einem Börsencrash gelten daher die Cyberkriminalität, Überschwemmungen und eine Pandemie.
Ein Kritikpunkt von Lloyd's: In vielen deutschen Städten werde das Risikomanagement sowie der damit verbundene Versicherungsschutz häufig dem Zufall überlassen. So wüssten beispielsweise die beteiligten Referate nicht von den Deckungen des jeweils anderen.
"Aus meiner Sicht hat keine deutsche Stadt ein alle Bereiche umfassendes Risikomanagement. Es ergibt keinen Sinn, sämtliche Verwaltungsgebäude gegen Glasbruch zu versichern oder Gebäude, die bald abgerissen werden, zum Neuwert zu versichern", wird Jan Blumenthal, Hauptbevollmächtigter für Lloyd's in Deutschland, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zitiert.
Für den Index hat Lloyd's gemeinsam mit dem Cambridge Centre for Risk Studies an der Judge Business School der Universität die Risikolage in 279 internationalen Metropolen mit mehr als drei Millionen Einwohnern in der näheren Umgebung untersucht hat. (vwh/td)
Bildquelle: mg-projects.at / PIXELIO (www.pixelio.de)
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