Politik & Regulierung

Krankenhäuser leiden weiter an Personalmangel

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland hat sich die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser im Jahr 2016 weiter verbessert. So befanden sich nur noch sieben Prozent der Krankenhäuser in erhöhter Insolvenzgefahr, 84 Prozent lagen im "grünen Bereich". Dies geht aus dem neuen Krankenhaus Rating Report 2018 hervor, der im Rahmen des Hauptstadtkongresses vorgestellt wurde.
Auch die wirtschaftliche Ertragslage in den Krankenhäusern hat sich im Jahr 2016 laut Report verbessert. Demnach hatten nur 13 Prozent der untersuchten Kliniken einen Jahresverlust geschrieben. Das durchschnittliche Jahresergebnis stieg dabei auf 2,8 Prozent der Erlöse. Im Jahr zuvor waren es noch 1,8 Prozent. Zudem waren 67 Prozent der Kliniken voll investitionsfähig. Allerdings bleibt die Kapitalausstattung der Krankenhäuser trotz guter Ertragslage weiterhin unzureichend. So belaufe sich der jährliche Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) auf rund 5,8 Mrd. Euro, heißt es in dem Report weiter. Dem gegenüber stehen Fördermittel der Bundesländer in Höhe von 2,8 Mrd. Euro. Die jährliche Förderlücke beträgt also drei Mrd. Euro.
Immerhin: In den ostdeutschen Bundesländern war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser auch im Jahr 2016 wieder am besten. Am schwierigsten war sie in Niedersachsen/Bremen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. "Die Krankenhausstrukturen sind nach wie vor in einigen Regionen ungünstig, es gibt eine hohe Standortdichte, viele kleine Einheiten und eine geringe Spezialisierung. Allerdings zeigt sich inzwischen eine positive Dynamik, unter anderem entfacht durch den Strukturfonds", konstatiert Sebastian Krolop, Leiter Life Sciences & Health Care bei Deloitte.
Allerdings macht auch der demografische Wandel den Krankenhäusern zunehmend zu schaffen. Da die Zahl der Patienten und pflegebedürftigen Menschen weiter steigen wird. Bei Fortschreibung des Status quo bis 2025 werden somit voraussichtlich zusätzlich 80.000 Vollkräfte in den medizinischen Diensten der Krankenhäuser und weitere 80.000 Pflegefachkräfte in der Altenpflege benötigt. Gleichzeitig werde aber die Zahl der Personen zwischen 20 und 65 Jahren allein zwischen 2015 und 2025 kontinuierlich um vier Prozent sinken.
"Arbeitssparende technische Innovationen werden immer wichtiger, um Ärzte und Pflegekräfte zu entlasten. Darunter fallen zum Beispiel Innovationen aus den Bereichen Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Robotikassistenz, Sensorik, Ambient Assisted Living und Telemedizin. Der derzeitige Digitalisierungsgrad deutscher Krankenhäuser ist dabei noch äußerst bescheiden", betont Boris Augurzky, Leiter des RWI-Kompetenzbereichs "Gesundheit". (vwh/td)
Bildquelle: Paul-Georg Meister / PIXELIO (www.pixelio.de)
Krankenhaus · Hauptstadtkongress · Krankenaus Rating Report
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