Politik & Regulierung

Prozess gegen Schlecker-Familie geht weiter

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Der Prozess um die Schlecker-Familie geht in die nächste Runde. Medienberichten zufolge hat das Landgericht Zwickau den Zivilprozess gegen Christa Schlecker, die Ehefrau des ehemaligen Drogeriekönigs Anton Schlecker, die beiden gemeinsamen Kinder Lars und Meike sowie den Geschäftsführer der früher in Zwickau ansässigen Firma Meniar Personalservice GmbH fortgesetzt.
Im vorliegenden Fall fordert der Insolvenzverwalter der Zwickauer Meniar Personalvermittlung fordert von der Schleckers Ehefrau, dessen beiden Kindern sowie vom Ex-Meniar-Chef insgesamt 1,37 Mio. Euro zurück. Der Hintergrund: Meniar hatte Schlecker zwischen Mai und Dezember 2011 ein ungesichertes Darlehen gewährte. Zu diesem Zeitpunkt soll Meniar aber bereits pleite gewesen sein, berichtet das Handelsblatt.
Zudem vermute der Insolvenzverwalter, dass der Geschäftsführer die Firma lediglich als Strohmann für die Familie Schlecker geführt haben soll. Schleckers Ehefrau und die beiden Kinder waren die einzigen Gesellschafter der Meniar. Dabei hatte das Gericht vorgeschlagen, dass die Beklagten im Rahmen eines Vergleichs 450.000 Euro an den Insolvenzverwalter zahlen wollten. Dieser hatte allerdings rund 800.00 Euro verlangt. Das Zwickauer Gericht will nun in die Beweisaufnahme antreten. Ein entsprechendes Urteil soll voraussichtlich am 16. August 2018 gesprochen werden.
Die Pleite des einstigen Drogeriemarkt-König Anton Schlecker war eine der größten Unternehmensinsolvenzen in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte. Ende November 2017 hatte das Landgericht Stuttgart das Urteil gesprochen: Wegen vorsätzlichen Bankrotts wurde der damals 73-Jährige zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 54.000 Euro verurteilt.
Schwerer hat es hingegen die Kinder des einstigen Drogerie-Unternehmers getroffen. Demnach soll Lars Schlecker soll für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Seine Schwester Meike Schlecker wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt, unter anderem wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrugs. (vwh/td)
Bildquelle: Photocapy
Schlecker
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