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Rückversicherung wird für DEVK immer wichtiger

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die über eine eigene Gesellschaft vom Kölner Stammsitz sowie über die Schweizer Tochter Echo betriebenen Rückversicherungsaktivitäten werden für DEVK Versicherungen immer stärker zum Wachstumsmotor. 2017 wuchs die aktive Rückversicherung um 14,1 Prozent 318,1 Mio. Euro Beitrag, während die gesamte Gruppe um vergleichsweise nur 3,7 Prozent auf 3,33 Mrd. Euro Prämie zulegte.
2018 soll das Rückversicherungsgeschäft allein aus Köln heraus um 50 Mio. Euro ausgebaut werden. Dazu ist die DEVK seit zwei Wochen auch in den USA aktiv. "Wir laufen uns langsam warm und machen uns da bekannt", sagte Finanzvorstand Bernd Zens in der Bilanzpressekonferenz. "Die Preise für US-Geschäft sind im Vergleich zu anderen Regionen der Welt noch attraktiv." Zeichnen will er "Natcat"-Risiken. Dabei sieht er gute Chancen bei den rund 2.400 Versicherungsvereinen im mittleren Westen, die ähnlich aufgestellt seien wie Vereine in Norddeutschland.
Zielvorgaben für den Ausbau der Rückversicherung habe man aber keine, betont er. Den eigenen Aufsichtsrat warne er stets, dass man in diesem Geschäft innerhalb eines Fünf-Jahreszeitraums auch einmal mit einem "schrecklichen Schadenjahr" sowie mit einem Jahr mit sinkenden Einnahmen rechnen müsse. Das schreckliche Schadensjahr sei bisher allerdings ausgeblieben. Die DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG erzielte 2017 im Fremdgeschäft mit 245,0 Mio. Euro verdienter Prämie brutto eine Combined Ratio von 93,3 Prozent und netto von 97,1 Prozent.
Bei der Echo waren es allerdings wegen Sturmschäden in der Karibik und Erdbeben in Mexiko netto 108 Prozent. Da die DEVK wegen fehlender Aktionäre mit einer Schaden- und Kostenquote von 96 bis 98 Prozent auskommen kann, kann sie selbst günstigen Rückversicherungsschutz anbieten. Ihr Manko: Die Ratingagenturen bewerten die Rückversicherung trotz hohen Eigenkapitals (SCR-Quote von 394 Prozent) nur mit "A+".
Im Markt sei man aber als einer der am weitesten überkapitalisierten Rückversicherers bekannt und habe schon oft davon profitiert, wenn andere ihr Paneel um schwächere Gesellschaften bereinigt hätten. "Wir würden gerne mal über eine Hochstufung berichten", klagt Zens, der sich als "Doppel A-Kandidat" sieht. Mit VVaGs täten sich die Rater schwer – auch wenn das Eigenkapital in den letzten Jahren kontinuierlich aufgestockt wurde und gruppenweit 2018 voraussichtlich über 2,1 Mrd. Euro erreichen soll. "Longtail-Geschäft" werde die DEVK aber nicht schreiben und zudem weiterhin an einer "kleinteiligen" Streuung festhalten.
Zur Finanzierung der Zinszusatzreserve hat die DEVK im Verein 2017 erstmals stille Reserven heben müssen. Vorstandschef Gottfried Rüßmann sagte: "Wir rechnen nicht damit, dass es aktuell eine Lösung für die ZZR geben wird." Und selbst wenn, die Politik noch entsprechend entscheide, könne es sein, dass die beiden DEVK-Lebensversicherer die alte Berechnungsmethode beibehalten würden. 2018 oder 2019 würden für die DEVK Peak-Jahre bei der ZZR. "Die drei Jahre kriegen jetzt auch noch herum", so Zens.
In der Autoversicherung, in der die DEVK mit 3,8 Prozent Marktanteil die Nummer Fünf ist, erwartet Rüßmann mit mehr Wettbewerb. "Die Schaden- und Kostenquote des Marktes oszilliert um 100 Prozent. Es wir spannend, ob am Ende im Markt Anpassungen durchsetzbar sind." Nennenswerte Preissteigerungen sieht er aber nicht. Im Jahreswechselgeschäft 2017/2018 hat man per Saldo 40.000 Risiken verloren. Zum 1. April wurde ein neuer K-Tarif aufgelegt, bei dem der Beitrag für die Gruppe der 27- bis 62-Jährigen abgesenkt wurde. (lie)
Bild: Bilanz-Pressekonferenz 2018 der DEVK (Quelle: lie)
DEVK · Gottfried Rüßmann
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