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Öffentliche Braunschweig trotzt der Natur

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Öffentliche Versicherung Braunschweig, Marktführer in der Region, hat wie der neue Vorstandschef Knud Maywald bei der Vorlage der Bilanz berichtete im Geschäftsjahr 2017 trotz der schwierigen Rahmenbedingungen – Niedrigzins, hohe Belastungen durch Natureignisse, "überbordende" Regulatorik – ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt.
Der Jahresüberschuss der Gruppe stieg noch einmal leicht auf 28,8 (Vorjahr: 27,5) Mio. Euro. Dieser fiel damit sogar deutlich höher aus als geplant (17 Mio. Euro). Fortschritte hat das Unternehmen, das sich zu den Kleinen der Branche zählt, auch bei den Kosten gemacht. Diese konnten erneut gesenkt werden und liegen jetzt in der Sachversicherung bei 28,6 Prozent. Ziel sind 25 Prozent.
Eine Kostenreduzierung ist laut Maywald notwendig, um im Wettbewerb mit den Großen mithalten zu können. Gemessen an der Finanz- und Eigenkapitalstärke könne dies der öffentlich-rechtliche Regionalversicherer durchaus, zähle er in diesen Kategorien doch zu den stärksten Versicherern in Deutschland.
Die Beitragseinnahmen der Gruppe aus Sach- und Lebensversicherung schrumpften allerdings 2017 auf 406,9 (424,7) Mio. Euro – eine Folge der kräftig zurückgefahrenen Einmalbeiträge in der Lebensversicherung. Die Zahl der Versicherungsverträge sank vor allem wegen weiterer Bestandsbereinigungen und Beitragsanpassungen in der Wohngebäude- und der Kfz-Versicherung, bei denen die Öffentliche in der Region Braunschweig jeweils einen Marktanteil von 80 bzw. 45 Prozent hat.
Dies zahlte sich jedoch durch sinkende Schadenquoten in den beiden Sparten aus. In der Kfz-Versicherung liegt die Combined Ratio jetzt bei "auskömmlichen" 93 Prozent, die Wohngebäudeversicherung beschert aber wie auch bei der Konkurrenz noch immer Verluste.
Insgesamt belief sich die Schaden-/Kostenquote in der Sachversicherung trotz der durch Naturereignisse verurasachten großen Kumulschäden in Höhe von 23,5 (4,3) Mio. Euro auf 94,6 Prozent und fiel damit kleiner als im Vorjahr (96,1 Prozent) aus.
Laut Maywald ist dies dem guten Rückversicherungs-Modell zu danken, denn ohne dies hätte die Combined Ratio bei knapp 100 Prozent gelegen. Insgesamt beliefen sich die Beitragseinnahmen der Sachversicherung trotz der rückläufigen Vertragszahlen auf 258,5 (253,4) Mio. Euro.
Die Lebensversicherung verbuchte Beitragseinnahmen in Höhe von 148,4 (171,3) Mio. Euro. Die Öffentliche bietet nach wie vor neben der klassischen Lebensversicherung mit Garantie zwei Produkte mit eingeschränkter bzw. ohne Garantie an. Letztere wurde 2017 eingeführt und stößt auf hohe Nachfrage. Für Maywald ist eines klar: Bei der Öffentlichen wird es keine Run-off geben, schon allein weil sie sämtliche Garantien erfüllen könne.
Dazu tragen nicht zuletzt die Kapitalanlagen bei. Sowohl die Lebens- als auch die Sachversicherung weisen ein sehr gutes Kapitalanlageergebnis aus. Die Netto-Rendite der Gruppe lag bei 4,7 (4,6) Prozent; in der Lebensversicherung bei 5,1 (5,3) Prozent und in der Sachversicherung bei 3,6 (2,5) Prozent.
Der Erfolg ist den Angaben zufolge auf die stark ertragsorientierte Anlagepolitik zurückzuführen. So beträgt die Aktienquote bei den Kapitalanlagen der Lebensversicherung 13,3 Prozent und der Sachversicherung 26,0 Prozent. "Das können wir uns leisten".
In den ersten Monaten 2018 hat die Öffentliche Braunschweig 4,5 Prozent mehr Beiträge verzeichnet und rechnet auch für das Gesamtjahr mit Wachstum. Erwartet werden zunehmende örtlich beschränkte Schäden durch Naturereignisse wie Stürme, Starkregen und Überschwemmung. Einen ersten Vorgeschmack gab der Sturm "Friederike" gleich zu Jahresbeginn. Die Schäden sollen aber nicht allzu groß gewesen sein. (cs)
Bild: Knut Maywald (Quelle: Öffentliche Braunschweig)
Öffentliche Braunschweig · Knut Maywald
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