Unternehmen & Management

Ex-Anbang-Chef will in Berufung gehen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der frühere Anbang-Chef Wu Xiaohui will sich mit seiner Verurteilung nicht abfinden und in Berufung gehen. Das haben seine zwei Anwälte angekündigt. Einer der beiden Juristen das prominente Politbüro-Mitglied Bo Xilai verteidigt. Der ehemalige CEO des chinesischen Versicherungskonzerns wurde vor wenigen Tagen wegen Betrugs zu 18 Jahren Haft verurteilt. Zugleich wurden ihm seine "politischen Rechte" für vier Jahre entzogen und sein Privatvermögen konfisziert.
Bisher ist es in China noch immer eine Ausnahme, dass ehemals hochrangige Politiker und Manager im Falle einer Verurteilung die Richtersprüche anfechten. In vielen Fällen werden die Gerichtsurteile jedoch akzeptiert, weil dies eine Reduzierung der Gefängnisstrafe mit sich bringt.
Überraschend ist auch, dass Wu sich in der Instanz zu seinen Schulden bekannt hat. Dabei hatte er das Gericht lediglich um eine mildere Strafe gebeten. Was den ehemaligen Anbang-Chef nun dazu bewogen hat, in Berufung zu gehen, ist nicht bekannt. Beobachter spekulieren hingegen, dass Wu ein angeheiratetes Familienmitglied vom einstigen Chinas starken Manns Deng Xiaoping war. Allerdings hat die Familie Deng einer Verwandtschaft mit Wu bereits widersprochen.
Die Chancen, dass das erste Urteil revidiert wird, sind daher gering. Im Reich der Mitte werden jedes Jahr etwa fünf bis sechs Millionen Urteile gefällt. Nur etwa 6.000 davon werden erfolgreich in der zweiten Instanz revidiert. Zudem hatte die chinesische Versicherungsaufsicht kürzlich angekündigt, das Firmenvermögen Anbangs verkaufen zu wollen. (hy)
Bild: Konzernzentrale von Anbang (Quelle: hy)
Anbang · Wu Xiaohui