Märkte & Vertrieb

Frankreich hat die höchste Insolvenzrate in Westeuropa

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Frankreich hat weiterhin die höchsten Insolvenzrate in Westeuropa. Trotz wirtschaftlicher Erholung werden für dieses Jahr immer noch mehr als 51.000 Firmenpleiten in Deutschlands größtem europäischen Exportmarkt prognostiziert - so viele wie unmittelbar vor der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008. Dies geht aus dem Country Report Western Europe von Atradius hervor.
Die zweithöchste Insolvenzrate in Westeuropa wird in diesem Jahr für Deutschland vorhergesagt, die dritthöchste für Großbritannien, heißt es beim Kreditversicherer weiter. So geht Atradius in diesem Jahr zwar von einem Rückgang der Insolvenzen in Westeuropa aus. Allerdings dürfte dies nicht auf alle Volkswirtschaften in Westeuropa zutreffen. Vielmehr dürfte in Dänemark und Großbritannien die Zahl der Firmenpleiten ansteigen.
Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise trat Frankreich wirtschaftlich mehrere Jahre auf der Stelle. Erst 2017 die Konjunktur wieder spürbar angezogen, stellt Atradius fest. So rechnen die Experten des Kreditversicherers in diesem Jahr mit einer Zunahme des Bruttoinlandprodukts von 1,9 Prozent. Unterstützt werde dies durch mehr Exporte, Steuersenkungen sowie einer besseren Stimmung unter Konsumenten und Unternehmen, was zu einem Rückgang der Insolvenzen in nahezu allen Branchen führe. Allerdings birgt Frankreich weiterhin Risiken für Lieferanten und Dienstleister, unter anderem wegen der hohen Unternehmensschulden und wegen der großen Zahl an neugegründeten und kleinen Firmen.
In Großbritannien ist ein Konjunktureinbruch nach der Brexit-Entscheidung zwar ausgeblieben, die Unsicherheiten sind jedoch weiterhin groß, so der Kreditversicherer. Die Konsum- und Investitionsstimmung sind in der Folge des Votums im Juni 2016 weiter gedämpft. Darüber hinaus kühlt sich der Wohnungsbau ab. Neben den Branchen Bau und Baumaterialien weisen laut Atradius auch die Bereiche Metall, Stahl, Papier und Textilien erhöhte Risiken für Lieferanten für Forderungsausfälle auf. Nach einem Anstieg der Insolvenzen 2017 um 3,8 Prozent dürften die Insolvenzen auch in diesem Jahr zulegen, der Atradius-Prognose zufolge um vier Prozent. Mit voraussichtlich 15.800 Firmenpleiten hat das Land damit wieder Vorkrisenniveau erreicht, konstatiert Atradius.
"In Frankreich haben die Insolvenzzahlen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise lange stagniert. Zwar hat sich in den letzten zwei Jahren die Situation wieder verbessert, allerdings ist das Risiko für Exporteure, bei Geschäften mit französischen Unternehmen einen Zahlungsausfall zu erleiden, vor allem bei kleinen Abnehmern, nach wie vor vergleichsweise hoch. In Großbritannien wirken sich die Unsicherheiten nach der Brexit-Entscheidung weiter auf die Wirtschaft aus, davon sind letztlich auch dänische Unternehmen betroffen, für die das Vereinigte Königreich einer der größten Außenhandelspartner ist", kommentiert Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Insolvenz · Kreditversicherer · Atradius
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