01.06.2018Unternehmen & Management

Allianz steigt bei Africa Re ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Allianz steigt beim afrikanischen Rückversicherer African Reinsurance Corporation (Africa Re) ein. Wie der Münchener Versicherungskonzern mitteilt, wird die Allianz Gruppe acht Prozent der Anteile übernehmen. Gemäß den vereinbarten Bedingungen beträgt der Kaufpreis 81 Mio. US-Dollar (etwa 69 Mio. Euro). Für die Allianz ist die Beteiligung an der Africa Re ein weiterer Schritt, um auf dem afrikanischen Versicherungsmarkt Fuß zu fassen.
"Für uns ist Afrika einer der zukünftigen Wachstumsmärkte. Deshalb erhöhen wir Schritt für Schritt unser Investment in diesen Kontinent. Die Africa Re Beteiligung ist ein Meilenstein für unsere langfristig angelegte Wachstumsstrategie in Afrika", konstatiert Niran Peiris, Vorstand der Allianz SE mit Zuständigkeit für Global Insurance Lines & Anglo Markets, Reinsurance, Middle East, Africa.
"Unser strategisches Ziel ist es deshalb dort unser Geschäft auszuweiten – und das auch über Akquisitionen. Denn Versicherungen sind auf dem Kontinent bisher vergleichsweise wenig verbreitet. Bisher haben weniger als zwei Prozent der Bevölkerung, wenn ich Südafrika ausklammere, eine Versicherung, das ist deutlich weniger als in anderen Kontinenten. Zudem wächst die Zahl der Menschen dort deutlich und der Altersschnitt ist sehr jung. Das macht ein Engagement für uns sehr interessant", ergänzt der Allianz-Vorstand gegenüber dem Handelsblatt.
Daher sei die Beteiligung ein "Startschuss für eine Partnerschaft. Africa Re hat Zugang zu allen Versicherern auf dem Kontinent und kennt sich auf dem Kontinent bestens aus und ist mit dem regulatorischen Umfeld vertraut. Wir wollen darum mit Africa Re auch technische Informationen teilen, die uns helfen können, den Markt besser einzuschätzen. Außerdem sehen wir auf bestimmten Geschäftsfeldern weiteres Wachstumspotenzial". Besonders großes Potenzial sieht er beispielsweise noch "bei Cyber-Versicherungen und bei Agrarversicherungen".
Auch die Mikroversicherungen stehen dabei im besonderen Fokus: Dabei sei "es wichtig für einen Großteil der Bevölkerung, denn Mikroversicherungen bieten die Möglichkeit, die finanzielle Inklusion zu verbessern. Das ist notwendig, um die Verbreitung mit Versicherungen zu steigern, welche wiederum Armut lindern und Lösungen bieten, Risiken für schutzlose Bevölkerungsgruppen und Kommunen zu managen", betont Peiris weiter. Das Prämienvolumen der Allianz schätzt er dabei auf insgesamt rund 600 Mio. US-Dollar
"Diese Zusammenarbeit mit der Allianz Gruppe, einem zuverlässigen und starken Partner mit einem globalen Netz, das vor allem den Agrarsektor umfasst wie auch das aufstrebende Geschäftsfeld Cyber-Versicherungen, wird zweifellos die Fähigkeit von Africa Re stärken, ihren Kunden qualitativ höherwertige Dienstleistungen anzubieten", ergänzt Corneille Karekezi, Group Managing Director und Chief Executive Officer von Africa Re.
Dabei konzentrieren sich beide Versicherungskonzerne vor allem auf die Zusammenarbeit in den Bereichen Rückversicherung, Geschäftsausbau, Austausch von Best Practices, Risikomanagement sowie Aus- und Weiterbildung und technische Unterstützung, und zwar vor allem in neu entstehenden Geschäftsfeldern und in unterversorgten Märkten.
Jedenfalls steht der afrikanische Kontinent bei der Allianz schon länger ganz oben auf der Agenda. So investiert der Versicherungskonzern unter anderem in afrikanische Infrastrukturprojekte und beteiligt sich seit Ende 2017 auch am Mikroversicherer Bima. Bereits im August letzten Jahres hatte die Allianz den nigerianischen Versicherer Ensure Insurance Plc. übernommen. (vwh/td)
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