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Signal Iduna will schlank und fit in die Zukunft starten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Drei Jahre nach seinem Start wurde das Zukunftsprogramm ZUP der Signal Iduna Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen, stellte Vorstandschef Ulrich Leitermann auf der Bilanzpressekonferenz mit Genugtuung fest.
2017 war für die Signal-Iduna-Gruppe noch einmal vom Zukunftsprogramm ZUP geprägt. Jetzt wurde auf der Basis ordentlicher Kennzahlen das Transformationsprogramm Vision2023 gestartet.
Dabei seien mit rund 300 Einzelmaßnahmen und 100 Teilprojekten Strukturen und Prozesse verschlankt und vereinfacht, die IT modernisiert und der Vertrieb neu aufgestellt worden. Die laufenden Kosten konnten um 140 Mio. Euro pro Jahr reduziert werden.
Allerdings wurden auch 1.400 Mitarbeiter-Kapazitäten abgebaut – jeweils zur Hälfte in den beiden Hauptverwaltungen und im übrigen Bundesgebiet - "alle sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen, über Abfindungen und Altersteilzeit", wie Leitermann hervorhob.
Allein im letzten Jahr haben 671 Mitarbeiter oder 5,9 Prozent der Beschäftigten die Gruppe verlassen, zum Jahresende arbeiteten rund 10.600 Menschen für das Unternehmen.

Wachstum erfordert Weiterbildung

Sie alle sollen nun mitgenommen werden bei der Umsetzung des Transformationsprogramms Vision2023, das ambitionierte Ziele hat: Die Beitragseinnahmen sollen um 25 Prozent von jetzt 5,6 auf sieben Mrd Euro im Jahr 2023 erhöht werden, der Überschuss vor Steuern, der 2017 bei 728,4 Mio Euro lag, um 30 Prozent steigen.
"Unsere Vision2023 ist ein Effizienz-, kein Sparprogramm", betonte Leitermann. Man müsse sich darauf einstellen, dass sich die Welt der Kunden verändert. So hätten die Bundesbürger im Durchschnitt 1,86 Stunden pro Tag weniger Freizeit als noch 2010 und 97 Prozent sagten bei einer Befragung, dass es ihnen vor allem wichtig sei, ihre Lebensqualität zu erhalten.
Das sei auch eine Verpflichtung für die Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens: "Wir müssen gemeinsam mehr Lebensqualität schaffen", so Leitermann. Dazu sollten die Chancen genutzt werden, die sich durch die digitale Transformation und durch die Zusammenarbeit mit Start-ups ergeben.
Dies solle zum systematischen Aufbau von mehr Lösungskompetenz und Kundenorientierung im ganzen Unternehmen führen, gleichzeitig müsse aber auch die Unternehmenskultur in Richtung auf ein "agiles Arbeiten" hin erneuert und weiterentwickelt werden. Dazu sollen die bisher üblichen Hierarchien und Ressortgrenzen zu Gunsten von mehr unternehmensübergreifender Teamarbeit aufgehoben werden.
Und nicht zuletzt ist dabei die Bereitschaft zu ständiger Weiterbildung notwendig, betonte Markus Warg, der als zuständiges Vorstandsmitglied den Transformationsprozess von der IT-Seite her gestaltet hatte.

Mehr Gewinn und mehr Beitragseinnahmen

Mit den Geschäftsergebnissen der Gruppe im Jahr 2017 zeigte sich Leitermann zufrieden. Die Beitragseinnahmen konnten um 1,9 Prozent auf 5,64 Mrd Euro gesteigert werden, der Überschuss von 728,4 Mio Euro lag um 3,3 Prozent über dem Vorjahresergebnis.
Die Signal Iduna Krankenversicherung, die 2017 aus der Verschmelzung der Signal Kranken und der Deutscher Ring Kranken entstanden ist, erhöhte die Beitragseinnahmen um 4,4 Prozent auf 2,82 Mrd Euro, wobei ein Drittel "echtes" Neugeschäft war. Die Zahl der Mitglieder wuchs um 4.222 Vollversicherte auf gut 2,5 Mio Mitglieder.
In der Lebensversicherung gingen die gebuchten Bruttobeiträge dagegen um 4,0 Prozent auf 1,2 Mrd Euro zurück, insbesondere die Einmalbeiträge verringerten sich stark um 16,6 Prozent auf 185,5 Mio Euro. Das Neugeschäft sank um 1,0 Prozent auf 79,1 Mio Euro. Die Kapitalanlagen erhöhten sich dagegen um 2,1 Prozent auf 20,4 Mrd Euro, bei einer Nettoverzinsung von 5,2 Prozent.
Bei den inländischen Kompositversicherern blieben die gebuchten Bruttobeiträge mit 1,28 Mrd fast konstant, die Combined Ratio verbesserte sich um 2,8 Prozentpunkte auf 94,4 Prozent. (sgk)
Bild: Ulrich Leitermann (Quelle: sgk)
Signal Iduna · Ulrich Leitermann
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