Politik & Regulierung

Mehr Beschwerden über Versicherer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn der Versicherungsombudsmann heute seinen Jahresbericht 2017 vorlegt, wird Günter Hirsch erneut einen leichten Anstieg verkünden. Gleichzeitig ging die Erfolgsquote bei den Schlichtungen von knapp 47 auf 43 Prozent zurück. Wie sich die Beschwerdequoten auf die einzelnen Branchen und Versicherer verteilt, hat jüngst die Bafin in ihrer aktuellen Beschwerdestatistik vorgestellt.
Spürbar angestiegen ist demnach die Zahl der Beschwerden in der Lebensparte. Dabei registrierten die Finanzaufseher im Jahr 2017 insgesamt 1.312 Beschwerden (2016: 1.260), was einem Plus von vier Prozent entspricht. Spitzenreiter mit der höchsten Beschwerdequote ist die Skandia (25,82) vor der Heidelberger (4,45) und Athene (4,18). Schlusslichter sind die R+V (0,55) vor der Debeka (0,97) und der Allianz (0,98).
Deutlich weniger Beschwerden registrierte die Bafin hingegen bei den Gebäudeversicherern. Insgesamt gingen 309 Beschwerden (2016: 351) bei den Finanzaufsehern ein. Die höchste Beschwerdequote verzeichnete die Signal Iduna (5,12), Schlusslicht ist die Bayerische Landesbrand (0,34).
Weniger Beschwerden registrierte die Bafin auch bei den Haftpflichtversicherern. Mit insgesamt 344 Beschwerden (2016: 380) hat sich die Zahl der Reklamationen seit 2010 (667) nahezu halbiert. Die meisten Reklamationen gab es für die Inter (3,42). Am zufriedensten zeigten sich die Kunden mit der Arag (0,02).
Leicht rückläufig war die Beschwerdequote im Jahr 2017 auch bei den Kfz-Versicherern mit 1.042 Reklamationen (2016: 1.041). Die mit Abstand meisten Reklamationen gab es laut Bafin für Axa Easy (6,66). Schlusslicht war die LVM mit einer Beschwerdequote von 0,48.
Deutlich zufriedener dürften sich die Rechtsschutzversicherer zeigen: Insgesamt 531 Fälle sind der aktuellen Beschwerdestatistik vermerkt. Das sind 325 weniger als im Jahr 2016, was einem Rückgang von 38 Prozent entspricht. Spitzenreiter ist dabei erneut die Arag mit 91 Beschwerden. Schlusslicht ist die ADAC-Rechtsschutzversicherung mit lediglich neun Reklamationen.
"Vor allem beim Rechtsschutz gibt es weiter eine Fülle von Beschwerden, weil die Versicherer die Kosten von Prozessen nicht übernehmen wollen. Dabei geht es zum Beispiel um Entschädigungen im VW-Abgasskandal", konstatiert Versicherungsombudsmann Hirsch gegenüber dem Tagesspiegel.
Und dennoch: "Bei VW-Fällen haben wir eine faire Lösung gefunden. Da gibt es bei Versicherern ohnehin ein Umdenken. Anfangs wurde der Rechtsschutz für VW-Kunden oft abgelehnt, weil sie kaum Erfolgsaussichten hätten und ein Software-Update genüge. Nachdem aber immer mehr Gerichte für die VW-Kunden entschieden, übernehmen nun die Versicherer die Kosten", ergänzt Hirsch.
"Zum einen wurden viele Versicherer mit unserem Schlichterspruch zur Kostenübernahme verpflichtet. Zum anderen gelang es, dass eine der führenden Kanzleien mit Rechtsschutz-Anbietern vereinbart hat, dass die Anwaltsgebühren bei den Massenverfahren limitiert werden", erläutert der Versicherungsombudsmann weiter. (vwh/td)
Bildquelle: einzmedia / PIXELIO (www.pixelio.de)
BaFin · Versicherungsombudsmann · Beschwerdestatistik
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