Märkte & Vertrieb

Firmen schreiben weniger Forderungsverluste

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr weniger Forderungsverluste gemacht. Laut aktuellem European Payment Report 2018 (EPR) von Intrum mussten im Schnitt etwa 1,8 Prozent der Forderungen aus dem Jahresumsatz 2017 als uneinbringlich abgeschrieben werden. Zum Vergleich: In den Vorjahren waren es noch 2,5 bzw. 3,7 Prozent.
Damit lagen die Firmen in der Bundesrepublik immerhin im europäischen Durchschnitt von 1,69 Prozent. Allerdings gibt es in Deutschland über drei Millionen steuerpflichtige Unternehmen mit einem kumulierten Jahresumsatz von über sechs Billionen Euro.
"1,8 Prozent bedeutet, das deutsche Unternehmen auf rund 100 Mrd. Euro Einnahmen verzichten mussten", konstatiert Florian Wöretshofer, Managing Director und CEO der Intrum Deutschland GmbH. Dazu kommen mehrere hundert Milliarden Euro, die zu spät gezahlt würden.
Gleichzeitig gaben acht Prozent der befragten 9.607 Unternehmen an, dass die fehlende Liquidität existenzbedrohend sein könnte. 19 Prozent der deutschen Unternehmen leiden unter Liquiditätsengpässen und sehen hier einen mittleren bis hohen Auslöser beim Zahlungsverhalten der Kunden. Zwölf Prozent sind der Meinung, dass auch das Unternehmenswachstum insgesamt behindert wird.
Positiv: Lediglich zwei Prozent der Unternehmen führen Stellenstreichungen auf Zahlungsausfälle zurück. Immerhin fünf Prozent der befragten Unternehmen nennen Zahlungsausfälle als entscheidenden Grund für Einstellungsstopps. "Dies zeigt, dass wir alle weiter für Sofortzahlungen arbeiten müssen, da dies die Verwundbarkeit von kleinen und mittleren Unternehmen verringert", ergänzt Mikael Ericson, CEO von Intrum.
Weiterhin gaben 55 Prozent der befragten Unternehmen an, längere Zahlungsfristen zu akzeptieren, als ihnen lieb war. 74 Prozent der Anfragen kamen dabei von kleinen bis mittelständischen Unternehmen, 30 Prozent von großen, multinationalen Firmen. Fast die Hälfte (48 Prozent) der angefragten Unternehmen gibt dabei zu, diese Forderungen akzeptiert zu haben.
Allerdings setzen weiterhin 19 Prozent der Unternehmen in Deutschland keinerlei Instrumente ein, um Zahlungsausfälle zu vermeiden. 46 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen Vorauszahlungen, 34 Prozent professionelle Unterstützung durch Inkasso-Unternehmen. Sechs Prozent der befragten Unternehmen setzen dabei auf Factoring.
Insgesamt sind die Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr weiterhin rückläufig. Demnach mussten im vergangenen Jahr 20.276 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. Damit gingen die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent (2016: 21.789 Firmeninsolvenzen), berichtet die Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel. Dies entspricht dem achten Rückgang in Folge.
Allerdings können Insolvenzen die Versicherer mitunter teuer zu stehen kommen. Wie das Statistische Bundesamt nun jüngst mitteilte, haben die Gläubiger in Deutschland in den vergangenen Jahren im Durchschnitt nur etwa 2,6 Prozent ihrer Forderungen zurückerhalten. Diese sogenannte Deckungsquote ergibt sich als Anteil des zur Verteilung verfügbaren Betrages von etwa 320 Mio. Euro an den Gesamtforderungen (12,4 Mrd.). (vwh/td)
Bildquelle: I-vista / PIXELIO (www.pixelio.de)
Forderungsausfall · Intrum
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