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AIG rechnet mit mehr Cyberschäden durch DSGVO

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bedrohung durch Cyberattacken gehört mittlerweile längst zum Alltag. So könne bereits einzige Schwachstelle ausreichen, um großen Schaden anzurichten, warnt jüngst Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Die Befürchtungen sind jedenfalls nicht unbegründet, wie die Cyber Schadenstudie 2018 von AIG zeigt.
Dabei registrierte AIG Europe Limited allein im vergangenen Jahr schon eine Cyber-Attacke pro Tag. Über ein Viertel (26 Prozent) aller in 2017 gemeldeten europäischen Cyberschäden seien dabei auf Ransomeware als Hauptursache zurück zu führen, stellt AIG weiterhin fest.
Mit deutlichem Abstand folgen Datenschutzverletzungen durch Hacker (zwölf Prozent), sonstige Sicherheitsausfälle und unautorisierte Zugriffe (elf Prozent), sowie Identitätsbetrug (neun Prozent). Nur leicht zurückgegangen ist hingegen der Anteil der Schadenmeldungen (sieben Prozent), die auf fahrlässigem Verhalten von Mitarbeitern basieren.
Eine weitere Erkenntnis: Mittlerweile ist keine Branche mehr vor einer Cyber-Attacke gefeit. Besonders häufig davon betroffen waren laut AIG jedoch die Sparten Professionelle Dienstleistungen sowie Finanzdienstleistungen mit einem Anteil von jeweils 18 Prozent. Dahinter folgen der Handel mit zwölf Prozent, sowiedie Unternehmensdienstleistungen bzw. Herstellung und Produktion mit jeweils zehn Prozent.
"Es sind nicht mehr nur die Unternehmen betroffen, die bisher als 'klassische' Cyber-Risikoträger angesehen worden sind. Vielmehr wird vor allem durch die jüngsten Ransomware-Angriffe ersichtlich, dass solche Attacken größtenteils völlig willkürlich ausgerichtet sind – heißt: unabhängig von der jeweiligen Branche, die sie schlussendlich treffen", konstatiert Nepomuk Loesti, Head of Liabilities, Financial Lines und Client Engagement für die DACH-Region bei AIG.
Zudem sah man sich im vergangenen Jahr "mit einer Reihe von hochkomplexen, systematisch ausgerichteten Cyber-Attacken durch Schadsoftware und Ransomware konfrontiert – WannaCry und NotPetya waren hier ganz vorne mit dabei. Viele europäische Unternehmen und Organisationen hatten durch die daraus entstandenen Betriebsunterbrechungen mit großen Herausforderungen zu kämpfen – die finanziellen Auswirkungen spiegelten sich vor allem in einem zum Teil erheblichen Bilanzverlust wieder", erläutert der AIG-Experte weiter.
Und es könnte noch schlimmer kommen. Ausgerechnet dank der nun in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) rechnet AIG nicht nur mit einem sprunghaften Anstieg mit auf Datenschutzverletzungen, sondern auch mit einer Zunahme der Versicherungsfällen aufgrund anderweitiger Angriffe auf die Sicherheit. (vwh/td)
Bildquelle: Markus Vogelbacher / PIXELIO (www.pixelio.de)
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