Politik & Regulierung

Schwerwiegende Zweifel beim Autodiebstahl drehen Beweispflicht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ist ein Autodiebstahl nicht plausibel, muss der Versicherungsnehmer den Diebstahl beweisen. Dazu muss der Kfz-Versicherer allerdings schwerwiegende Zweifel anbringen. Gelingt das, findet sich der Autobesitzer in der Beweispflicht wieder. Diese Praxis haben die Richter am Landesgericht Coburg nun höchstrichterlich bestätigt. (AZ: 22 O 95/16).
Ein Versicherungsnehmer meldete einen Autodiebstahl und wollte die Versicherung dafür aufkommen lassen, der Versicherer zweifelte aber an der Ehrlichkeit des Anzeigenden und hatte dafür eine Vielzahl guter Argumente.
Der vermeintlich Geschädigte hatte bei der Schadensanzeige Angaben zu Protokoll gegeben, die seinen Ausführungen bei der Polizei zuwiderliefen. Das betraf den Kilometerstand, frühere Verkaufsanzeigen sowie die Tatsache, dass zuerst angegeben wurde, dass niemand das Abstellen des Fahrzeugs bekunden könne.
Im Prozess tauchte dann allerdings plötzlich ein Zeuge aus dem Nichts auf, der das Abstellen bezeugte. Der Versicherer machte die Umstände geltend und verwies auf den Umstand, dass der Mann das Fahrzeug erst nach mehr als einem Jahr nach Erwerb anmeldete. Das Landgericht hörte sich alles an, vernahm die Zeugen und wies die Klage ab.
Die eigentlich geltende Beweiserleichterung kam nicht zur Anwendung, denn das Gericht hatte Zweifel an der Ehrlichkeit des Manns. Der Versicherungsnehmer müsse daher den vollständigen Beweis für den Diebstahl erbringen, was er nicht konnte. (vwh/mv)
Bild: Auto (Quelle: angieconscious / www.pixelio.de / Pixelio)
Gerichtsurteil · Kfz-Versicherung · Autodiebstahl
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