Politik & Regulierung

Demografie: Ewig leben in Baden-Württemberg

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Dank dem GDV werden wir alle älter. Ok, stimmt nicht ganz, denn der Branchenverband hat vom Rostocker Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) ermitteln lassen, wie sich die Lebenserwartung in Deutschland entwickelt: unterschiedlich, aber durchwegs positiv. Der große Gewinner ist der Osten, aber am längsten lebt man im Westen.
Demnach ist die Lebenserwartung hierzulande seit den 1980er-Jahren um bis zu neun Jahre gestiegen, ergab die Auswertung. Es zeigt sich auch, dass die Lebenserwartung ungleich stark steigt, besonders gut sieht es bei den Zuwächsen im Osten aus. Die stärksten Zuwächse gab es dabei in Brandenburg (plus 8,5 Jahre), Mecklenburg-Vorpommern (plus 8,2 Jahre) und Thüringen (plus 7,7 Jahre). Als erstes westdeutsches Bundesland liegt Hamburg (plus 7,5 Jahre) knapp dahinter.
Die finanziell gebeutelte Hauptstadt Berlin hat den höchsten Anstieg zu vermelden, fast neun Jahre länger lebt ein heute geborener Berliner als im Jahr 1982. Ähnlich erfreuliche Zahlen vermelden auch die anderen ostdeutschen Bundesländer. Die Lebenserwartung im Osten Deutschlands ist seit der Wiedervereinigung deutlich gestiegen, liegt aber noch immer hinter der im Westen.
Langsam aber stetig
In Bremen (plus 5,9 Jahre), Schleswig-Holstein (plus 6,2 Jahre) und Niedersachsen (plus 6,4 Jahre) stieg die Lebenserwartung am schwächsten, aber immer noch um sechs Jahre. Am ältesten werden immer noch die Menschen in Baden-Württemberg, stolze (knapp) 82 Jahre leben die Menschen dort, gegenüber dem Jahr 1982 eine Steigerung von rund sieben Jahren.
"Ein wesentlicher Faktor war dabei die Verbesserung der medizinischen Versorgung nach der Wiedervereinigung", glaubt Sebastian Klüsener, Wissenschaftler am MPIDR. Allerdings spielten auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle: "Durch den Rückgang von Industrieabgasen hat sich in vielen Gebieten Ostdeutschlands die Luftqualität spürbar verbessert".
Einen weiteren Grund sehen die Demografen auch in der ungleichen wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. "Wirtschaftsstarke Regionen wie Baden-Württemberg locken beispielsweise viele Akademiker an, die durchschnittlich gesünder sind als andere Teile der Bevölkerung", betont Klüser. Zudem spielen heute auch regionale Unterschiede bei den Lebensstilen wie etwa dem Rauch- oder Trinkverhalten eine wichtige Rolle. (vwh/mv)
Bildquelle: Bernd Kasper / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: Statista
GDV · Baden-Württemberg · Sterbetafeln
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