Märkte & Vertrieb

Zukäufe in Digitalfirmen führen M&A-Liste an

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Versicherer wie Allianz und Axa kaufen sich immer mehr digitales Wissen ein. Eine Accenture-Studie zeigt, dass das für alle Branchen gilt: Nicht die Expansion in neue Märkte zählt, sondern die Digitalfähigkeiten der Übernahmekandidaten. "Gleichzeitig versuchen sich Konzerne, so gegen Angreifer aus der Technologiebranche zu schützen", sagt Sven Wahle, Geschäftsführer des Bereichs M&A bei Accenture Strategy DACH.
Die drei wichtigsten Gründe für Übernahmen von kleineren Digitalfirmen sind für große deutsche Unternehmen der Schwenk hin zu neuen Services (42 Prozent) sowie der Zukauf von neuen Technologien (42 Prozent) und digitalen Fähigkeiten (39 Prozent), lautet das zentrale Ergebnis der Studie "Tech-led M&A". Allerdings räumen deutsche Spitzenmanager Übernahmen einen weniger hohen Stellenwert ein als ihre internationalen Kollegen. Während 84 Prozent aller weltweit Befragten davon ausgehen, dass M&A die Digitalisierung ihrer Unternehmen beschleunigt, sagen das lediglich 75 Prozent der deutschen Führungskräfte.
"Das liegt daran, dass in deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich stärker auf die eigene Innovations- und Entwicklungskraft gesetzt wird. In den USA hingegen ist die Übernahme häufiger das Mittel der Wahl, um sich neue Fähigkeiten oder Technologien anzueignen", sagt Sven Wahle. "Entscheidend für den Erfolg sind in jedem Fall neben der technologischen und operativen auch die kulturelle Integration. Eine Patentlösung gibt es dafür aber nicht."

Kaufansatz internationaler Firmen folgt anderer Logik als der deutschen

Wie aus der Studie von Accenture hervorgeht, lassen fast zwei Drittel aller Unternehmen weltweit ihre digital motivierten Neuzukäufe als eigenständige Firmen weiterbestehen. Lediglich vier Prozent der neu erworbenen Firmen werden tatsächlich intergiert. Deutschland liegt bei der Integration der zugekauften Unternehmen im Gesamtdurchschnitt. Die überwiegende Mehrheit der Befragten geht zudem davon aus, dass sowohl die technische Integration (71 Prozent) als auch die Integration der Unternehmenskultur (62 Prozent) entscheidende Erfolgsfaktoren sind.
Wie die Studie zeigt, wollen 42 Prozent aller Befragten durch M&A neue Technologien und 43 Prozent aller Befragten neue Fachexpertise hinzukaufen. Beim Thema Technologien liegen die deutschen Befragten im internationalen Schnitt, beim Thema Fachexperten weichen sie um drei Prozent nach unten ab. Allerdings räumen deutsche Spitzenmanager M&A einen weniger hohen Stellenwert zu.
Bei der Art und Weise, wie Unternehmen digitale Zukäufe angehen, gibt es nationale Unterschiede. Laut der Studie von Accenture Strategy setzen deutsche Unternehmen vor allem auf ein sogenanntes anderes „Pre-Deal“-Team sowie auf weitere Bewertungskriterien und verzichten auf traditionelle Transaktionswege. Das gaben 67 der befragten deutschen Spitzenmanager an, wohingegen der internationale Schnitt bei 61 Prozent lag. (vwh)
Bildquelle: Fotolia
Accenture
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