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Roland: Bürger bemängeln überlastete Gerichte

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Deutschen streiten sich bekanntlich immer häufiger und immer länger vor Gericht. Kein Wunder, dass das deutsche Justizwesen irgendwann an seine Grenzen stößt - zum Leidwesen der Klagenden bzw. der Beklagten. So ist mittlerweile mehr als jeder dritte Bundesbürger ist der Ansicht, dass die deutschen Gerichte überlastet sind. Dies geht aus dem neuen Roland Rechtsreport 2018 hervor.
Demnach sei die Anzahl derer, die eine Überlastung bemerken, gegenüber dem ersten Report aus dem Jahr 2010 um 17 Prozentpunkte gewachsen, heißt es weiter. Zudem glaube nur noch jeder vierte Bundesbürger, dass die Gerichte gewissenhaft und gründlich arbeiten und dass dort alles mit rechten Dingen zugehe. Ganz besonders kritisieren die Befragten neben den langen Verfahrensdauern (83 Prozent) auch die ihrer Ansicht nach zu milden Strafen. Besonders gegenüber jugendlichen Straftätern sollten die Gerichte härter durchgreifen, sagen 57 Prozent.
Besonders unterschiedlich sind die Meinungen jedoch zwischen Ost und West: So glauben lediglich 14 Prozent der Bürger im Osten des Landes, dass man sich darauf verlassen kann, dass bei Gericht alles mit rechten Dingen zugeht – im Gegensatz zu 26 Prozent in Westdeutschland. Auch die Kritik an der Arbeit der Gerichte fällt ebenfalls drastischer aus: So halten 82 Prozent der ostdeutschen, aber nur 76 Prozent der westdeutschen Bürger, die Gerichte allgemein für überlastet. Während sich 55 Prozent im Westen ein härteres Vorgehen bei jugendlichen Straftätern wünschen, sind es laut Report im Osten sogar 63 Prozent.
Außerdem habe jeder Zweite den Eindruck, dass Urteil und Strafmaß stark vom jeweils zuständigen Gericht (58 Prozent) und vom verpflichteten Anwalt abhängen. Ebenso meinen 66 Prozent, dass ein bekannter Anwalt die Chancen auf ein günstiges Urteil erhöhen würde. Außerdem finden 55 Prozent die deutschen Gesetze viel zu kompliziert. Dennoch haben laut Report insgesamt 68 Prozent der Bürger haben sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in die Gesetze, 64 Prozent in die Gerichte.
Allerdings sind die ostdeutschen Bundesbürger gegenüber anderen staatlichen Institutionen deutlich misstrauischer als im Westen. So haben nur 65 Prozent der Ostdeutschen großes Vertrauen in die Polizei, im Vergleich zu 77 Prozent der Westdeutschen. 45 Prozent im Westen, aber nur 34 Prozent im Osten vertrauen der Verwaltung. Das Vertrauen in die Bundesregierung ist grundsätzlich gering, jedoch mit 27 Prozent in Ostdeutschland noch einmal deutlich niedriger als in Westdeutschland (35 Prozent).
Immerhin: Ende 2017 hatte eine Studie der Advocard festgestellt, dass das Streitaufkommen in Deutschland allein im Jahr 2016 deutlich gestiegen ist. Häufigste Ursache der juristischen Streitereien: Rosenkriege infolge einer Scheidung. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Roland Rechtsschutz · Rechtsreport
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