17.05.2018Unternehmen & Management

PSVaG: Kosten und Erträge entwickeln sich ungünstiger

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Situation bei den Insolvenzen war in den ersten Monate 2018 zwar moderat, doch sagt dies noch wenig über die Höhe des Beitragssatzes für den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) aus. Denn vom allgemeinen Insolvenzniveau auf das Schadenvolumen und die Beitragshöhe für die Insolvenzsicherung der bAV könne nur sehr eingeschränkt geschlossen werden, schreibt der Vorstand des gesetzlichen Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) im Geschäftsbericht 2017.
Da Art und Qualität der bAV der inzwischen 94.795 (94.482) Arbeitgeber mit insolvenzsicherungspflichtiger bAV sehr unterschiedlich sei, kann dies nämlich auch bedeuten, dass bei einem niedrigen Insolvenzniveau 2018 das Schadenvolumen dennoch deutlich steigt. Und bestimmend für den Beitragssatz sind neben der Schadenentwicklung auch die Erträge und Kosten: Die Überschussbeteiligung des Konsortiums der deutschen Lebensversicherer dürfte nochmals sinken, fürchtet der PSVaG. 2017 steuerte das Konsortium 194,4 (225,5) Mio. Euro bei. Zudem erwartet der Pensions-Sicherungs-Vereinen einen ein Rückgang beim Kapitalanlageergebnis, das 2017 rund 80,1 (72,3) Mio. Euro betrug. Die den Betriebsaufwendungen dürften nach Unternehmensangaben 2018 weiter steigen. 2017 kostete die Verwaltung mit ihren rund 195 Vollzeitarbeitsplätzen knapp 8,4 (6,9) Mio. Euro.
Der Verein erstellt eine Prognose zum Beitragssatz in der Hauptversammlung am 10. Juli. Endgültig errechnet wird der Beitragssatz aber erst mit der Beitragskalkulation am Ende eines Geschäftsjahres. 2017 betrug der Beitragssatz zwei Prozent. Im Jahr zuvor war einmalig in der 43jährigen Geschichte der Insolvenzsicherung kein Beitrag erforderlich. Im Durchschnitt aller Jahre erreicht der Beitragssatz 2,8 Promille. Für die letzten fünf Jahre waren es durchschnittlich 1,5 Promille und für die letzten zehn Jahre 2,9 Promille.
Ende 2017 standen laut Geschäftsbericht 10,9 (10,8) Mio. Versorgungsberechtigte unter Insolvenzschutz; davon waren unverändert 4,0 Millionen Rentner und 6,9 (6,8) Millionen Arbeitnehmer mit unverfallbaren Anwartschaften. Seit seinem Bestehen hat der PSVaG Ansprüche von über 1,4 Millionen Versorgungsberechtigten aus Insolvenzen übernommen. 2017 war der PSVaG von 429 (444) Insolvenzen betroffen. Die Zahl der zu übernehmenden Renten und Anwartschaften stieg leicht auf 15.044 (14.182), liegt damit nach Unternehmenseinschätzung aber "weiterhin auf einem niedrigen Niveau". (lie)
Bild: Hans H. Melchiors, Vorstand des Pensionssicherungsvereins (PSVaG) (Quelle: PSVaG)
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