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Gothaer ist für 2018 "sehr optimistisch"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nachdem "wichtige Weichen" gestellt worden seien, legt der Gothaer-Konzern für 2018 nach den Worten ihres Vorstandschefs Karsten Eichmann den Fokus stärker auf Wachstum. "Wir gehen sehr optimistisch in das Jahr 2018", sagte er auf der Bilanzpressekonferenz. Ausgebaut würden vor allem die Wachstumsfelder betriebliche Altersversorgung und betriebliche Krankenversicherung sowie das Gewerbekundengeschäft.
Für das Kompositgeschäft rechnet er mit einem Plus von "drei vor dem Komma", wachsen soll zudem nicht nur die Kranken- sondern auch die Lebensversicherung. Der Lebensversicherer befindet sich nach den Worten von Vorstand Michael Kurtenbach "nach drei Jahren im Rückwärtsgang nun wieder im Vorwärtsgang". Das 2017 um rund ein Fünftel auf 1,5 Mrd. Euro Beitragsumme geschrumpfte Neugeschäft sei im ersten Quartal 2018 um über 40 Prozent gewachsen.
"Und auch im April ging es munter weiter", so Kurtenbach. Die Zinszusatzreserve wurde 2017 um 243 Mio. Euro auf 1,1 Mrd. Euro erhöht. Für 2018 rechnet er mit einer Zuführung von rund 300 Mio. Euro. Bis 2023 werde man nach bisheriger Berechnungsmethode auf zwei bis 2,4 Mrd. Euro ZZR erreichen müssen. "Für die Gothaer ist das ohne Hilfe aus eigener Kraft zu schaffen", so Kurtenbach. Anders als Wettbewerber stellt sich die Gothaer nicht darauf ein, dass die Berechnungsmethode zur ZZR noch in diesem Jahr geändert wird. Zur Finanzierung der ZZR notwendige stille Reserven würden demzufolge kontinuierlich gehoben.
Getragen von der Kapitalmarktentwicklung, aber auch Änderungen bei Aktiva und Passiva haben sich die Solvenzquote voraussichtlich sowohl bei den Einzelgesellschaften als auch für die Gruppe deutlich verbessert. Der Lebensversicherer kommt auf eine Solvenzquote von 325 (212) Prozent. "Wir steigen aber nicht in einen Wettbewerb um Solvenz ein", so Eichmann, der nach einer "optimalen" und nicht höchstmöglichen Quote strebt.
Ab 2018 wird der Gothaer-Konzern wie einige Wettbewerber nicht mehr nach IFRS bilanzieren. Die Umstellung auf den neuen Standard IFRS 17 sei kompliziert, komplex und koste sicherlich einen zweistelligen Millionen-Betrag. Da die Gründe für die 2002 eingeführte Rechnungslegung inzwischen weggefallen seien, mache eine solche Investition keinen Sinn mehr, sagte Eichmann. Im Wesentlichen haben sich die im Dezember für 2017 vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen für 2017 bestätigt.
"Die Zahlen für 2017 sind stabil und wir haben das Eigenkapital gestärkt, aber strukturell viel geändert", so Eichmann. Unter dem Schlagwort "Gothaer goes agile" wird der gesamte Konzern umgebaut. Das soll nicht nur mehr Marktnähe und eine schnellere Anpassungsfähigkeit für Veränderungen schaffen, sondern auch die Kostenquoten bis 2020 auf Marktdurchschnitt senken. Im Kompositgeschäft liegen die Kostenquote noch rund einen Prozentpunkt über dem Branchenschnitt. Seit 2015 läuft ein Sparprogramm, in dessen Rahmen bis 2020 insgesamt zwischen 600 und 800 Arbeitsplätze abgebaut werden (lie)
Bild: Karsten Eichmann (Quelle: lie)
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