Köpfe & Positionen

"D&O-Policen sind auch in Deutschland längst Standard"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei der Sanktionierung von Compliance-Verstößen haben die deutschen Unternehmen durchaus noch einen gewissen Nachholbedarf, glaubt man dem jüngsten Global Fraud Survey von Ernst & Young. Dabei "betrifft das Thema Organhaftung gerade bei Compliance-Verstößen in den meisten Fällen den ganzen Vorstand", konstatiert der D&O-Experte Michael Hendricks.
Dabei könne sich ein einzelner Vorstand kaum entziehen, ergänzt der Experte in einem Interview mit dem Handelsblatt. Dabei sei nicht entscheidend, ob die Vorstände nicht direkt den Fehlern beteiligt seien. "Es kommt darauf an, ob Vorstände ihr Unternehmen so organisiert haben, dass die Gesetze eingehalten werden. Wenn das nicht der Fall ist, spricht man von einem Organisationsverschulden. Das gehört zu den vornehmsten Aufgaben des Topmanagements", erläutert Hendricks.
Die Managerhaftpflicht spiele dabei "eine entscheidende" Rolle. "Nur sie ist finanziell überhaupt in der Lage, einen dreistelligen Millionenbetrag aufzubringen. Deshalb sind D&O-Policen auch in Deutschland längst Standard", so Hendricks. Dabei seien die "Versicherer aber auch harte Verhandlungspartner [...]. Sie sind daran interessiert, dass auch Manager einen Beitrag zum Schadensausgleich zahlen". (vwh/td)
Bild: Michael Hendricks (Quelle: Howden)
D&O · Managerhaftpflicht · Michael Hendricks