15.05.2018Märkte & Vertrieb

SV verbündet sich mit LKA's gegen Einbrecher

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die SV Sparkassenversicherung will ihre Versicherten per App vor Einbrechern warnen. Dafür will der öffentliche Versicherer mit verschiedenen Landeskriminalämtern zusammenarbeiten. Allerdings es gibt noch etliche Hürden zu nehmen. Dazu zählt unter anderem die Frage, wie eine erhöhte Einbruchgefahr überhaupt ermittelt werden soll.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist zwar erst mal seit Jahren rückläufig, doch auf einem hohen Niveau. Nach Angaben des GDV ist die Zahl der versicherten Einbrüche im Jahr 2017 um rund 20 Prozent auf 120.000 zurückgegangen. In der Statistik enthalten sind auch Einbrüche in Keller, Dachböden oder Hauswirtschaftsräume. Dennoch mahnen die Versicherer zur Vorsicht:"Die vermeintliche Trendwende beim Thema Einbruch ist aber eine Illusion", warnte jüngst GDV-Präsident Wolfgang Weiler.
Die SV will ihren Versicherten nun dabei helfen, nicht auf der falschen Seite der Statistik aufzutauchen. Funktionieren würde das folgendermaßen: die Polizei würde bei einer erhöhten Einbruchgefahr in einem speziellen Gebiet eine Warnung über einen Kanal des Versicherers verbreiten, vermutlich über App. Diese müssen sehr sensibel formuliert sein, um die Kunden nicht zu verunsichern, heißt es in der FAZ mit Bezug auf einen SV-Manager. Doch das ist nicht das einzige Problem.
Wie funktioniert das System?
Die Idee klingt erst einmal gut, doch die Vorbestimmung von Einbrüchen ist alles andere als einfach. Der Einsatz von Software ermöglicht die Vorhersage nur bedingt und es bleibt die Frage, warum die Polizei nicht selbst eingreift, wenn sie einen Verdacht hat. In ländlichen Gegenden würde der Einsatz der Software sich zudem gar nicht lohnen. Weiterhin unklar ist, von welcher Gebietsgröße gesprochen wird, ein Ort, ein Kreis oder mehrere Städte? Weiterhin ist unklar, was der Betroffene tun kann, oder muss, wenn er eine solche Warnung erhält.
Das hinter der Software steckende System ist zwar ausgefuchst, aber kein Hexenwerk, es nutzt die menschliche Schwäche. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das ist bei Einbrechern nicht anders als bei normal Erwerbstätigen. Viele Einbrecher gehen bei ihren Taten immer nach demselben bewährten Muster vor. Die Software wird daher mit (vielen) Daten vergangener Einbrüche gefüttert und kann so Prognosen abgeben, wo und wann Einbrecher (wieder) zuschlagen werden. Ähnliche Systeme sind in den USA bereits seit Jahren im Einsatz, nicht nur bei Einbruchdiebstahl.
Um die Frage nach der Genauigkeit, dem Einsatzgebiet und weitere Fragen zu klären, wurde bei der SV nachgefragt, doch bis Redaktionsschluss erreichte VWheute aus Zeitgründen keine Antwort mehr. Nach Erhalt werden die Antworten nachgereicht. (vwh/mv)
Bild: Einbruch (Quelle: VdS-Einbruchschutz)
Grafikquelle: Statista
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