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"Naturgefahrenschutz ist günstiger als Kasko-Versicherung"

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Versicherer tun sich schwer damit, Hausbesitzer von der Notwendigkeit eines Naturgefahrenschutzes zu überzeugen. Rolf Dockhorn, Teamleiter R+V Privatkunden Sach, erklärt im Interview mit VWheute: "Auf eine Soforthilfe der Länder sollten sich Verbraucher nicht verlassen. Denn sie greift oft nur, wenn der Geschädigte keine Chance hatte, eine Naturgefahrenversicherung abzuschließen."
VWheute: Vermittler bekommen von Kunden oft zu hören, dass sie nicht in der Nähe von Flüssen wohnen und daher nicht betroffen seien von Naturgefahren. Was ist davon zu halten?
Rolf Dockhorn: Wenn die Natur wütet, entstehen in Deutschland Jahr für Jahr Schäden in Millionenhöhe – Tendenz steigend. Und: Naturgefahren können jeden treffen. Auch Anwohner, die weitab von Flüssen leben, können beispielsweise durch Starkregen ihr wertvolles Hab und Gut verlieren. Doch trotz der häufig auftretenden Wetterextreme sind sich viele Verbraucher leider noch immer nicht des hohen Risikos für ihr Haus, ihre Wohnung oder ihren Betrieb bewusst. Denn die klassische Wohngebäudeversicherung deckt nur Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Der Zusatzbaustein "weitere Naturgefahren" (Elementarschäden) schützt Hausbesitzer gegen einen geringen Mehrbeitrag vor den finanziellen Folgen von Überschwemmung, witterungsbedingtem Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Lawinen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet das etwa 70 Euro im Jahr – und das in der Regel ohne besondere Mitwirkungspflichten wie zum Beispiel bauliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz.
VWheute: Wie können Sie als Versicherer zur Aufklärung beitragen?
Rolf Dockhorn: Wir unterstützen die zahlreichen Informationskampagnen in den Bundesländern. Auch in den Beratungsgesprächen ist Aufklärung über Wetterextreme schon seit Jahren Pflicht. Bei R+V haben mittlerweile rund 60 Prozent aller Hausbesitzer zusätzlich zur Gebäudeversicherung eine Naturgefahrenversicherung abgeschlossen – ein Spitzenwert in Deutschland.
Zum Vergleich: Bundesweit sind durchschnittlich nur vier von zehn Häusern gegen diese Gefahren abgesichert. Dazu kommt, dass rund 90 Prozent aller R+V-Kunden ihren Hausrat gegen Naturgefahren versichert. Damit sind sie nicht nur bei Stürmen und Hagelunwettern auf der sicheren Seite, sondern auch bei Schäden durch Überschwemmung, Rückstau oder Erdbeben - mit rund 30 Euro im Jahr eine sinnvolle und überschaubare Mehrausgabe.
VWheute: Verbraucher erwarten nicht selten staatliche Hilfe im Schadenfall…
Rolf Dockhorn: Auf eine Soforthilfe der Länder sollten sich Verbraucher nicht verlassen. Denn sie greift oft nur, wenn der Geschädigte keine Chance hatte, eine Naturgefahrenversicherung abzuschließen. Deshalb lautet der grundsätzliche Rat an Kunden: Wer im Schadenfall nicht leer ausgehen will, sollten auf jeden Fall einen Naturgefahrenschutz einschließen. Für die wertvolle Immobilie und die Einrichtung ist der Schutz gegen Naturgefahren deshalb ein Muss. Und häufig ist sie sogar günstiger als die Kasko-Versicherung für einen Pkw.
Interview: Elke Pohl
Bild: Rolf Dockhorn, Teamleiter R+V Privatkunden Sach
Elementarversicherung · Naturgefahren
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