11.05.2018Schlaglicht

VKB wächst dynamisch und digital

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ob Schaden- und Unfall, Kranken- und Pflege oder die in jüngster Zeit vielfach diskutierte Lebensversicherung: Die Versicherungskammer Bayern (VKB), größter öffentlicher Versicherer hierzulande, meldet quer durch alle Sparten ein ertragreiches Wachstum für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017.
Beim Thema Digitalisierung will der "heimliche Riese" aus München Akzente setzen und hat dazu unter der Marke DaHome (sprich bayerisch: dahoam) eine neue Smart Home-Plattform für alle Fragen rund um Haus und Grund, Leben und Wohnung gegründet. Lediglich Unwetterereignisse aus 2017 haben den Höhenflug der VKB begrenzen können.
Ein Jahresüberschuss 252,7 Mio. Euro (+ 32 Prozent i. Vergl. z. Vorjahr) und ein Beitragswachstum von über vier Prozent markieren für die VKB ein ausgesprochen positives Geschäftsjahr 2017 in welchem erstmals die Beitragslinie von acht Mrd. Euro übersprungen wurde. Davon wurden rund 80 Prozent allein im Freistaat Bayern generiert. Die restlichen 20 Prozent steuerten die Gesellschaften im Saarland sowie Berlin bei.
Gestiegen ist auch der Kapitalanlagebestand der im Vergleich zum Vorjahr, allerdings ohne fondsgebundene Lebensversicherung, in 2017 um 5,4 Prozent auf nunmehr 51,15 Mrd. Euro anwuchs. Damit wurde, seit der Gründung des Konzerns im Jahre 1995, dieser Wert bis 2017 sogar vervierfacht, was für ein kontinuierliches Unternehmenswachstum spricht. Über dem Marktdurchschnitt liegen auch die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Zuwachs von 5,5 Prozent in Höhe von 2,6 Mrd. Euro (2,46 im Vorjahr).
Lachender Dritter ist man im Segment der Kfz-Versicherung. Während sich die Allianz und Huk-Coburg heftig um Marktanteile streiten konnte die VKB über ihren digitalen Versicherer Bavaria Direkt den versicherten Kfz-Bestand auf mittlerweile rund 230.000 Stück ausbauen. Hier werden auch die Aktivitäten im Bereich Cyber, Telematik und die Risiken der Shareconomy gebündelt.
Das Wetter macht einen Strich durch die Rechnung
Wie auch schon die Mitbewerber in ihren Bilanzen aus 2017 berichteten, so wurde auch die VKB heftig von größeren Schadenereignissen wie Sturm und Unwetter getroffen. 1,82 Mrd. Euro (Vorjahr 1,73 Mrd. Euro) betrug der Brutto-Schadenaufwand im Komposit und 95,4 Prozent die Schaden-Kostenquote. Weitere Wachstumsimpulse in der Elementarschadenversicherung verspricht man sich in München von der ab dem 1. Juli 2019 auslaufenden staatlichen Soforthilfe der Bayerischen Staatsregierung bei Elementarereignissen, wenn betroffene Immobilien gegen Elementarschäden versicherbar gewesen wären.
Ein Plus von 5,4 Prozent meldet die VKB im Geschäftsbereich Kranken- und Pflegeversicherung. Dank einem Zuwachs der versicherten Personen um 1,8 Prozent (56.177 Versicherungsnehmer) ist die VKB jetzt der drittgrößte private Krankenversicherer in Deutschland, so VKB-Chef Frank Walthes in seinem Vortrag. Ein klares Bekenntnis für die Lebensversicherung gab Ressortchef Ralph Seitz ab: "Die Lebensversicherung lebt" sagte Seitz mit Blick auf die Zahlen und ein Run-off komme nicht in Frage, denn entgegen dem Markttrend konnte das Unternehmen die Beiträge stabil halten. Die gebuchten Bruttobeiträge lagen bei 3,02 Mrd. Euro (2,97 im Vorjahr) bei einer Stornoquote von 3,3 Prozent. Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen belief sich auf 1,22 Mrd. Euro (0,88 Vorjahr), womit sich eine Nettoverzinsung von 4,4 Prozent (3,3 Vorjahr) ergab. Im Bereich Leben stehen deshalb die Signale weiter auf "Halten", wie Walthes versicherte.
Einen immer größeren Stellenwert nimmt das Thema Digitalisierung ein. Mit Clark wurde eine strategische Partnerschaft angeschoben (VWheute berichtete) und mit der Gründung des eigenen Start-up Unternehmens als Smart Home-Plattform "DaHome" will man mit eigenen Ökosystemen von der zukünftigen Vernetzung des Internet of Things (IoT) profitieren.
Einen Großteil dieser positiven Zahlen hat die VKB natürlich dem Umstand zu verdanken, dass sie als öffentlicher Versicherer auch über die Sparkassen distribuiert. Diese sollen, als Eigentümer der VKB, auch mit einer Ausschüttung von 50 Prozent bedacht werden, die anderen 50 Prozent sollen thesauriert und für eigenes Wachstum investiert werden, 90 Mio. Euro stehen hier zur Verteilung an. Eine deutliche Absage erteilt der Vorstand der von interessierten politischen Kreisen immer wieder aufs Neue ventilierten Einheitskasse. Ein solches Vorhaben würde mindestens drei bis vier Legislaturperioden in Anspruch nehmen und wegen der Komplexität mit völlig unklarem Ausgang nur Verunsicherung und keine Verbesserung des weltweit einzigartigen Gesundheitssystems generieren. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand ein Wachstum von rund zwei Prozent, wobei, so Frank Walthes abschließend, "noch viel zu tun bleibt, um alles in die Scheune zu bringen."  (vwh/ak)
Bild: VKB-CEO Dr. Frank Walthes bei der Vorstellung der Jahresbilanz in München. (Quelle: Alexander Kaspar)
Digitalisierung · VKB · 2017
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