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Chubb will nicht für Weinsteins Sexprozess zahlen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zwischen  1994 und 2018 hat Harvey Weinstein an Chubb fast 1,2 Mio. Dollar an Prämien gezahlt. Darunter ist eine Police für "Krisenzeiten" mit einer Deckungssumme von 300.000 Dollar. Nachdem im Oktober 2017 das offene Geheimnis gelüftet wurde, Weinstein habe Frauen belästigt oder zu sexuellen Handlungen gedrängt, weigerte sich Chubb für Weinsteins Gerichtskosten in elf Anklagefällen aufzukommen. Der ehemalige Filmmogul schlägt zurück.
Weinstein will Chubb verklagen, während der Versicherer gleichzeitig die Richter des New York State Supreme Court versucht zu überzeugen, eine gerichtliche Erklärung zu erwirken, dass die an Weinstein verkaufte Police für "Krisenzeiten" keine Delikte wie Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe deckt.
Weinstein beharrt darauf, dass Chubb laut dem Versicherungsvertrag die Verteidigungskosten übernehmen muss, unabhängig davon, ob die Beschuldigungen wahr oder falsch seien. Weinstein hat alle Anschuldigungen in Bezug auf nichteinvernehmlichen Sex bisher zurückgewiesen. In London, New York und Los Angeles wird gegen ihn ermittelt. Sein Vermögen soll sich auf rund 240 bis 250 Mio. Dollar belaufen.
Die von ihm und seinem Bruder 2005 gegründete Weinstein Company ist durch den Sexskandal in die Insolvenz gezwungen worden. Harvey Weinstein trat im Oktober 2017 als Geschäftsführer seines Studios zurück. Diese Woche hat ein Insolvenzgericht im US-Staat Delaware den Verkauf seiner Filmgesellschaft an die Vermögensverwaltungsfirma Lantern Capital erlaubt. (vwh/dg)
Bild: Harvey Weinstein mit Heidi Klum
Chubb