09.05.2018Unternehmen & Management

"Elementarrisiko immer noch erklärungsbedürftig"

Von VW-RedaktionVW heute
Von Barbara Schick. Wetterextreme können jeden treffen. An sich eine Binsenweisheit. Doch machen sich viele Menschen dieses Risiko nicht bewusst. Ein Ausnahmezustand wie 2016 im niederbayerischen Simbach sorgt zwar kurzfristig durch spektakuläre Bilder für hohe Aufmerksamkeit. Die Schäden, die der Starkregen anrichtete, sind jedoch von der breiten Öffentlichkeit schnell vergessen. Es ist deshalb von eminenter Bedeutung, an die Verantwortung und Eigenvorsorge der Menschen zu appellieren. Gerade jetzt.
Die Bayerische Staatsregierung im vergangenen Jahr mit ihrem Kabinettsbeschluss entschieden, Unwetter-Opfern ab dem 1. Juli 2019 keine staatlichen Soforthilfen mehr zu gewähren, sofern die Immobilie versicherbar gewesen wäre. Vor diesem Hintergrund erhält die Elementarschadenversicherung noch einmal eine besondere Brisanz.
Als führender Gebäudeversicherer in Bayern haben wir gegenüber unseren Kunden die Verantwortung, einen umfassenden und bedarfsgerechten Schutz anzubieten. Dieser Verantwortung haben wir uns immer gestellt und werden unvermindert alles unternehmen, um die Existenzen von Privatpersonen, Gewerbetreibenden und Landwirten ebenso abzusichern wie die Liegenschaften von öffentlich-rechtlichen Einrichtungen.
Zuletzt war 2016 für die Versicherungskammer Bayern im Hinblick auf Überschwemmungsschäden in Bayern ein besonders schadenintensives Jahr. In der Wohngebäudeversicherung waren eine Vielzahl von Schäden mit hohen Aufwänden für die Reparatur bzw. den Wiederaufbau der beschädigten Gebäude zu verzeichnen.
So hatten wir bei der Überschwemmungskatastrophe in Simbach im Juni 2016 eine Vielzahl von Schäden zu verzeichnen. Viele davon im hohen sechsstelligen Bereich, einige sogar siebenstellig. Bundesweit haben laut GDV Unwetter mit Starkregen 2016 fast zehnmal höhere Versicherungsschäden verursacht als im Vorjahr. In der Gesamtbilanz waren Überschwemmungsschäden mit rund 940 Mio. Euro zu vermelden, nachdem es 2015 lediglich 100 Mio. Euro waren. 2016 ist somit das Jahr mit den dritthöchsten Überschwemmungsschäden seit 1999. Der größte Schaden an einem Einfamilienhaus mit einer Versicherungssumme von 500.000 Euro lag laut GDV im Jahr 2016 in Deutschland bei 703.000 Euro.
Trotz der beeindruckenden Zahlen ist das Elementarrisiko immer noch erklärungsbedürftig. Nach wie vor unterschätzen die meisten Hausbesitzer die Gefahr, Opfer von Starkregen oder Hochwasser zu werden. Einer repräsentativen Studie des Marktforschungsunternehmens GfK zufolge halten Eigentümer vor allem Feuer, Leitungswasserschäden, Sturm und Hagel für gefährlich. Nur zwölf Prozent sehen Überschwemmungen als Risiko für ihr Hab und Gut.

Günstige Versicherungsangebote

Nur dreißig Prozent der Häuser in Bayern sind gegen Naturgefahren wie Überschwemmungen, Hochwasser, Schneedruck und Lawinen versichert. In Deutschland insgesamt liegt der Anteil an Gebäuden, die gegen Elementarschäden versichert sind, bei vierzig Prozent. Rund die Hälfte der Kunden der Versicherungskammer Bayern schließt zwischenzeitlich beim Erwerb einer neuen Wohngebäudeversicherung aktuell den Elementarschutz mit ein. Etwas geringer fällt der Einschluss bei einer Hausratversicherung aus.
Die Versicherungskammer Bayern hat ihr Instrumentarium zur Risikobewertung, wie beispielsweise ihr Zonierungssystem GIS, das jährlich aktualisiert wird, immer weiter verfeinert und kann daher in Bayern 99,8 Prozent der Gebäude problemlos versichern. So ist es möglich, transparente und faire Versicherungstarife anzubieten, welche die meisten privaten Hausbesitzer lediglich rund 100 Euro im Jahr kosten. Für die verbleibenden 0,2 Prozent sind meist individuelle Lösungen nach einer Risikobesichtigung vor Ort möglich. Gute Voraussetzungen also dafür, dass für die Menschen der umfassende Schutz der eigenen Immobilie genauso selbstverständlich wird wie die Vollkaskoversicherung für das Auto.
Bild: Barbara Schick, Vorstand Schaden- und Unfallversicherung Konzern Versicherungskammer (Quelle: VKB)
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