Köpfe & Positionen

Bäte: Keines unserer Kaufobjekte ist für eine Fusion bereit

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Oliver Bäte liebäugelt seit längerem mit großen Übernahmen. Doch Preisaufschläge von fast 50 Prozent halte er für "ziemlich verrückt." Der Allianz-Vorstandschef erklärte der Financial Times, dass er seinen Ruf bei Investoren, vorsichtig mit ihrem Geld umzugehen, nicht aufs Spiel setzen möchte. Eine feindliche Übernahme schließt er aus, er bevorzugt eine "Fusion unter Gleichen". Die Zurich stehe laut dem Zeitungsbericht ganz oben auf der Liste.
Die Zurich Insurance Group weist eine Marktkapitalisierung von derzeit 40 Mrd. Dollar auf, die Allianz ist mit 87 Mrd. Dollar an der Börse bewertet. Als Übernahmekandidat wäre der Schweizer Versicherer noch vor drei Jahren günstiger gewesen.
2015 musste der Konzern überraschend maßgebliche Teile des US-Geschäfts sanieren. Der Gewinn fiel merklich zurück, und der Konzernchef musste zurücktreten. Das Sparprogramm von CEO Mario Greco soll bis 2019 die Betriebskosten der Zurich-Gruppe um 15 Prozent eindampfen. Seit seinem Amtsantritt im März 2016 ist die Aktie stark gestiegen. Greco selbst jedoch will nur kleine Übernahmen stemmen. Allianz-Chef Oliver Bäte sucht allerdings einen Rivalen auf Augenhöhe, der einem Zusammenschluss wohlgesonnen ist. Eine feindliche Übernahme komme für ihn nicht in Frage, sagte er der Financial Times. Ob die Zurich tatsächlich auf seiner Käuferliste steht, wollte er nicht kommentieren.
Bei einer "Fusion unter Gleichen" schließen sich Unternehmen zum Beispiel über einen Akientausch zusammen, ohne dass der eine den Aktionären des anderen eine Übernahmeprämie zahlt. "Ein Preisaufschlag von 30 Prozent auf 30 Mrd. Dollar ist schwieriger zu rechtfertigen als 30 Prozent auf fünf Mrd. Dollar", erklärt Bäte. Notfalls würde er viel Geld in die Hand nehmen, "allerdings müssen große Unternehmen zu Fusionen bereit sein, und wir haben nicht viele davon gefunden".
Die Allianz will vor allem in der Sachversicherung zukaufen. In dieser Sparte hat bereits der Rivale aus Paris zugeschlagen. Mit dem Kauf der XL Group könnte Axa in der Sachversicherung mit Firmenkunden nach Beitragseinnahmen zum Weltmarktführer aufsteigen. 15,3 Mrd. Dollar war CEO Thomas Buberl der Sach- und Rückversicherer XL wert. "Vergleichsweise billig", lautet sein Urteil. (dg)
Bild: Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender Allianz SE (Quelle: Allianz SE)
Allianz · Oliver Bäte
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