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Wefox macht 2017 "circa vier Millionen Euro" Umsatz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wefox hat Zahlen vorgelegt – zumindest fast. Zum ersten Mal gibt der Digitalversicherer zumindest einen kleinen Einblick in sein Zahlenbuch. Doch sowohl für Wefox wie für alle anderen Insurtechs wird irgendwann die Stunde der Wahrheit schlagen, dann reicht es nicht mehr, lediglich Geld bei Investoren einzusammeln. Stille wird spätestens dann zum Problem.
Das von Julian Teicke geführte Insurtech hat sich erstmals in die Karten sehen lassen. Gegenüber Gründerszene ließen die Berliner in Form ihres Chefs wissen, dass sie über ihre Makler-Plattform im letzten Jahr 13 Millionen Euro abwickelten. Davon erhalte das Unternehmen eine Provision "von etwa 30 Prozent", was einem Umsatz von "circa vier Millionen Euro" entspreche. Das erwirtschaftet das Unternehmen mit 160 Mitarbeitern, die in drei Ländern 250.000 Kunden betreuen, wie der Webseite zu entnehmen ist. Ob das kostendeckend ist?
Bei aller Liebe für neue und junge Unternehmen und dem Verständnis, ein Muster an Transparenz, die die Insurtechs ja sein wollen, ist die Veröffentlichung solcher Zahlen nicht. Ein wenig mehr Offenheit würde das Vertrauen in die Unternehmen stärken, so bleibt der (möglicherweise) ungerechtfertigte Verdacht, das Stefan Knoll, Chef der Deutschen Familienversicherung mit seiner Einschätzung recht hat, dass "von den ganzen gehypten Fin-, Insurtechs noch kein einziges Geld verdient hat." Müssen die digitalen Jungunternehmen natürlich gerade zu Anfang noch nicht, doch ob die Entwicklung voranschreitet oder nicht, kann man eben an Zahlen immer noch am ehesten ablesen.
Mit dem Zahlengeiz befindet sich Wefox in guter Insurtech-Gesellschaft, das Unternehmen Clark beispielsweise ist ebenfalls bilanzscheu. Der Chef des Unternehmens, Christopher Oster, erklärte im Interview mit VWheute lediglich, dass die Kundenbasis sich im Jahr 2017 "vervierfacht habe".
Große Pläne
Wesentlich konkreter als bei den eigenen Zahlen scheint Wefox bei der Bekanntgabe von Zielen zu sein: Im laufenden Jahr will Teicke auf der erwähnten Plattform ein Abwicklungsvolumen von 50 Millionen Euro erzielen, das entspräche nach der oben genannten "Formel" etwa 15 Mio. Euro Umsatz. Ob das viel ist oder nicht und die Kosten deckt, weiß nur das Unternehmen selbst - und hoffentlich die Investoren wie die Munich Re. (vwh/mv)
Bild: Thorben Wengert / www.pixelio.de / PIXELIO
2017 · Wefox · Julian Teicke
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