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Swiss Re: "Globale Deckungslücke fordert uns zum Handeln auf"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
2017 war das Jahr mit den höchsten Schäden durch Naturkatastrophen mit einem versicherten Schaden von über 140 Mrd. US-Dollar. Diese Zahl verdeutliche die gesamtwirtschaftliche Rolle der Versicherer bei der Verarbeitung solcher Schadenereignisse. "Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Erst- und Rückversicherer ein stark stabilisierendes Element der Wirtschaft darstellen", sagt Swiss-Re-Vorstand Jean-Jacques Henchoz.
"2017 hat jedoch auch die wachsende Deckungslücke aufgezeigt". Die gesamten wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf 340 Mrd. Dollar, 200 Mrd. mehr als die gedeckten 140 Mrd. "Diese globale Deckungslücke fordert uns zum Handeln auf: Sie stellt die Glaubwürdigkeit und den guten Ruf der Versicherungswirtschaft als 'Partner in der Not'" in Frage. Andererseits zeigt sie uns Wachstumsmöglichkeiten auf. Die gezielte Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand in Public Private Partnerships und Produktinnovationen sind gefragt", ergänzte Henchoz auf dem Executive Dialog in Berlin.
Ebenfalls auf der Agenda: das Megathema Digitalisierung. "Die Digitalisierung ermöglicht es uns, Risiken besser einzuschätzen. Gleichzeitig entstehen durch die digitale Technologie auch neue Bedrohungen, gegen die sich die Marktteilnehmer absichern wollen. Das ist ein enormes Potenzial für unsere Branche". Henchoz sagte, dass die Versicherung von Cyber-Risiken ein aktuelles Beispiel ist. "Der Cyber-Versicherungsmarkt wächst, die Deckungslücke bleibt aber gigantisch. Es geht u.a. darum, das Kumulrisiko in den Griff zu bekommen. Investitionen in Forschung & Entwicklung sind absolut notwendig, um solchen Risiken besser zu verstehen und zu quantifizieren".
Mit Blick auf die politischen Risiken betonte Henchoz, dass Rückversicherung ein globales Geschäft ist. "Wir sind darauf angewiesen, Risiken global zu diversifizieren und Kapital flexibel und rasch dorthin zu verschieben, wo Großschäden auftreten".
Doch welche Themen werden die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Deutschlands und Europas bestimmen? "Wir leben in einer Welt mit einem hohen Ausmaß von Veränderungen mit einem erstaunlichen Tempo, wovon die allermeisten Menschen keine wirkliche Vorstellung haben, auf was das hinausläuft. Die Digitalisierung findet statt, ob es uns gefällt oder nicht", betonte der ehemalige Bundestagspräsident und Keynote-Speaker Norbert Lammert.
Dabei verwies er auch auf den "Global Risks Report", der beim diesjährigen WEF in Davos vorgestellt wurde. Demnach gehen 93 Prozent der Befragten von einer Verschärfung der politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzung der Großmächte aus.
Wenig verwunderlich, dass der CDU-Politiker auch auf die Bedeutung der Nationalstaaten, Globalisierung versus Regionalität, über Sinn und Unsinn synthetischer Finanzprodukte bis hin zu Donald Trump. Eigentlich müsste es nicht "America first", sondern "Trump first" heißen, "wir leben in einer komplizierten Welt". Mit anderen Worten: "Unsere Demokratie ist dann in Gefahr, wenn wir sie als selbstverständlich erachten", so Lammert.
Autorin: Claudia Glück ist Senior Communications Manager bei der Swiss Re Deutschland.
Bild: Jean-Jacques Henchoz auf dem Executive Dialog der Swiss Re in Berlin. (Quelle: Swiss Re)
Swiss Re · Jean-Jacques Henchoz · Executive Dialog · Norbert Lammert
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