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Assetmanagement: "Kompetenzen der Versicherer spielen eine wesentliche Rolle"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Alternative Anlagemöglichkeiten sind bei den Versicherern in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen begehrter denn je. Allerdings müssen "versicherungsnahe Assetmanager angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht nur breit die Risiken diversifizieren, sondern  auch die Chancen aller relevanten Renditequellen an den Kapitalmärkten nutzen", betont Thomas Kabisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Meag.
"Dabei spielen auch die Kompetenzen der Versicherung für den Assetmanager eine wesentliche Rolle, ein sogenanntes interlocked business model", konstatiert Kabisch in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung. Das Modell setze darauf, " das vorhandene Wissen in der Gruppe je nach Projekt zielgerichtet zu bündeln. Je nach Investitionsvorhaben werden dabei unterschiedliche Experten hinzugezogen, die effizient, flexibel und interdisziplinär den Investmentprozess unterstützen", erläutert der Meag-Manager.
Allerdings nütze die "Expertise unter einem Dach nur wenig, wenn sie nicht intelligent zusammengeführt wird. Entscheidend für erfolgreiche Investitionen ist die enge Zusammenarbeit beim Assetmanager sowie mit den Experten in der Versicherungsgruppe", warnt Kabisch.
"Uns ist sehr wichtig, ja sogar entscheidend, dass wir zu einer zweiten Meinung (Second Opinion) kommen, die streng funktionsgetrennt in einer anderen Abteilung erarbeitet wird. Im Mittelpunkt der Erstellung einer Zweitmeinung stehen die Einschätzung von Risiken, die Angemessenheit des geplanten Kaufpreises sowie ggf. resultierende Abschreibungsrisiken", so Kabisch.
Dabei würden "alle bewertungsrelevanten Aspekte und Risiken entsprechend den jeweiligen Geschäftsplänen und Finanzmodellen beurteilt. Neben einem Basisszenario werden auch Risiko-Szenarien berechnet. So lassen sich Risiken und deren Bedeutung für das Investment ermitteln, zum Beispiel bei Windparks die Antwort auf die Frage, wie stark der Wind im Mittel weht und wie sehr Abweichungen davon die Werthaltigkeit des Investments beeinflussen".
Gerade bei einer Neuinvestition sei "es unerlässlich, etwaige mit dem Investment verbundene Risiken sehr genau zu identifizieren, abzuschätzen und zu würdigen. Auch zur Durchdringung der Komplexität ist eine ausgeprägte Risikokompetenz notwendig. Hinsichtlich der Illiquidität müssen Investoren für sich sehr genau bestimmen, ob sie derartige Kapitalanlagen auch entsprechend langfristig halten können", betont Kabisch. (vwh/td)
Bild: Thomas Kabisch (Quelle: Meag)
Meag · Infrastruktur Investment · Thomas Kabisch
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