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Eigene Unterstützungskasse: Die Möglichkeiten der Großen nutzen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Viele Durchführungswege erschweren bei der bAV den Durchblick. Die pauschal dotierte Unternehmenskasse ist der älteste Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland und seit 1837 bekannt. Der Gesetzgeber fördert die Errichtung und finanzielle Ausstattung durch steuerliche Vorteile. Warum das sinnvoll ist, erklärt Frank Strehlau, CEO der Bacon Pension Trust AG in seinem Gastbeitrag.
Die betriebliche Altersversorgung steht in Deutschland stark im Fokus. Aber verschiedene Entwicklungen – vom Betriebsrentenstärkungsgesetz bis zu Run-off-Gesellschaften – führen zu einem Umdenken bei vielen Unternehmen. Sie wollen die betriebliche Altersversorgung für ihre Arbeitnehmer auf einem Top-Niveau möglich machen, gewiss. Aber genauso wollen sie verhindern, in gefährliche Haftungsszenarien zu geraten; und sie wollen auch betriebswirtschaftliche Vorteile für sich selbst generieren.
Daher rückt die pauschal dotierte Unternehmenskasse immer mehr in den Fokus strategisch denkender Unternehmer. Sie ist der älteste Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland und seit ca. 1834 bekannt. Ein Weltkonzern wie die Siemens AG setzt die pauschal dotierte Unternehmenskasse seit rund 130 Jahren ein. Die pauschal dotierte Unternehmenskasse ähnelt in der Durchführung der Direkt- beziehungsweise Pensionszusage, beschreitet aber rechtlich und steuerlich einen anderen Weg. Das Unternehmen übernimmt selbst die Verpflichtung, aus eigenen Mitteln dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unter bestimmten Voraussetzungen einmalige oder laufende Versorgungsleistungen zu zahlen. Zugleich sind die Begünstigten über den Pensionssicherungsverein abgesichert.
Im Gegensatz zur Direkt- beziehungsweise Pensionszusage verbleiben diese Verpflichtungen nicht im Unternehmen, sondern gehen auf die pauschal dotierte Unternehmenskasse über. Diese ist grundsätzlich als eigenständiges Rechts- und Steuersubjekt strukturiert, also als GmbH, Verein oder Stiftung. Auf diese Weise wird die pauschal dotierte Unternehmenskasse auch vom Unternehmen nach personal- sowie vor allem nach bilanz- und finanzpolitischen Vorgaben gesteuert und unterliegt erheblichen steuerlichen Vorteilen. Sie ist von Beginn an 100 Prozent steuerfrei.
Dies ist durch § 4d Einkommensteuergesetz abgesichert. Das Unternehmen entscheidet, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, ob und wann Zahlungen an die Unternehmenskasse geleistet werden, um dadurch Erträge für die betriebliche Altersvorsorge zu generieren. Diese Dotierungen sind als Betriebsausgaben steuerlich begünstigt und können rückwirkend bilanziert werden. Die pauschal dotierte Unternehmenskasse wiederum nutzt diese Gelder zur Vermögensverwaltung, um für den Zeitpunkt der Auszahlung genügend Kapital zur Verfügung zu haben.
Diese Vermögensverwaltung kann herkömmlich organisiert sein, oder aber in Form von Re-Investments ins dotierende Unternehmen funktionieren. Denn der Durchführungsweg der pauschal dotierten Unternehmenskasse ermöglicht die Nutzung des dotierten Vermögens als Eigenfinanzierung. Das Geld fließt ins Unternehmen zurück, wodurch mehr Gewinne erwirtschaftet werden als unternehmerische Vermögensverwaltung. Das bAV-Vermögen wird damit zum "Cash-Pool" des Unternehmens.
Musterberechnungen zeigen, dass die Ergebnisse der pauschal dotierten Unternehmenskasse die von beispielsweise Direktversicherungen maßgeblich übertreffen. Der Wert der eigenen Unterstützungskasse für die Mitarbeiter lässt sich monetär nachweisen, ebenso für das Unternehmen an sich. Aus der Kombination der steuerlichen Vergünstigung in Dotierung und Vermögensverwaltung und der Nutzung als eigene stabile Finanzierungsbasis wird die pauschaldotierte Unternehmenskasse zu einer zukunftsträchtigen Option gerade für mittelständische Unternehmer. Sie können damit die Chancen nutzen, die lange Zeit nur die ganz Großen erkannt haben und sowohl die bAV als auch die eigene betriebswirtschaftliche Basis strategisch stärken.
Bild: Frank Strehlau (Quelle: Bacon Pension Trust)
bAV · Frank Strehlau · Bacon Pension Trust AG
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