Köpfe & Positionen

Haas: "Viel Sein, viel Schein und viel Schwein"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kommende Woche wechselt Talanx-Chef Herbert K. Haas vom Vorstandssessel an die Spitze des Aufsichtsrates. Nach zwölf Jahren übergibt er den Staffelstab an seinen Nachfolger Torsten Leue. Grund genug also, eine erste Bilanz zu ziehen. Angst vor Bedeutungsverlust hat er jedenfalls nicht: "Ich freue mich darauf, nicht mehr so sehr fremdbestimmt zu sein."
Dabei sieht der scheidende Talanx-CEO kein Problem darin, direkt in die Rolle des Chefaufsehers beim Hannoveraner Versicherer zu wechseln, "auch wenn es auf der Hauptversammlung ein Diskussionsthema werden dürfte." Denn: "Schließlich ist Wolf-Dieter Baumgartl ein gutes Vorbild für mich. Er hat sich nicht in die Belange des Vorstandes eingemischt. So möchte ich es auch halten. Das Ziel ist es, dem Vorstand größtmögliche strategische Gestaltungsfreiheit zu geben", betont er in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).
Positiv sieht Haas dabei vor allem, "dass sich das Auslandsgeschäft so gut entwickelt hat – das war eine wichtige strategische Zielsetzung." Aber: "Ich kreide mir an, die Probleme im deutschen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft zu spät erkannt zu haben, dadurch haben wir Kunden verloren. Das war einer meiner größten Fehler", zeigt sich Haas selbstkritisch.
Dabei habe es sich der Talanx-Chef "nicht träumen lassen", einmal in der Versicherungsbranche zu landen. "Leider ist bis heute in breiten Teilen der Bevölkerung nicht bekannt, welche hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der Versicherungswirtschaft zukommt. Hier haben wir nach wie vor ein Reputationsthema. Versicherung wird immer noch mit Klinkenputzen und ähnlichem gleichgesetzt, dabei bietet sie ein ungeheures Spektrum an beruflichen Möglichkeiten", erläutert der Talanx-Chef.
Seinen potenziellen Nachfolgern - sprich Berufseinsteigern - schreibt er ins Stammbuch: "Viel Sein, viel Schein und viel Schwein – also Glück. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Im Aufsichtsrat sieht er sich jedenfalls an der richtigen Stelle: "Das ermöglicht mir, dem Talanx-Konzern weiter zur Verfügung zu stehen, und zugleich einen angenehmen Übergang von einem Vollzeit- zu einem Halbzeitjob. Von einem vollen auf einen ganz leeren Terminkalender umzuschalten, wäre schon etwas schwierig." (vwh/td)
Bild: Herbert K. Haas (Quelle: Talanx)
Talanx · Herbert K. Haas
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