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Versicherer stellen fest: Bio macht nicht satt, aber reich

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Alles Bio oder was? Immerhin: Bio boomt. Doch mit Bioanbau kann die Welt nicht ernährt werden. Der biologische Acker ist allerdings für den Bauer ein gutes Geschäft, länderübergreifend ist der Bioanbau 22 bis 35 Prozent profitabler. Da hat sich natürlich auch bei den Landwirten herumgesprochen, wie die Vereinigte Hagel festgestellt hat.
Würde die Landwirtschaft nur noch ökologisch erfolgen, müsste für das selbe Ernteergebnis wesentlich mehr Fläche aufgewendet werden, was zu Lasten des Lebensraums von Tieren und Pflanzen ginge, stellt eine Studie der Universität Göttingen fest. Also ist Bioanbau interessenterweise nicht unbedingt besser für die Umwelt, denn der Verzicht auf Gift kann den Mangel an Lebensraum nicht aufwiegen.
Allen ökologische Gedankenspielen zum Trotz, in Deutschland wachsen die Agrarflächen des Bioanbaus bereits, sind aber noch deutlich unterpräsentiert. "Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche beträgt aktuell je nach Bundesland zwei bis zwölf Prozent, im bundesweiten Schnitt etwa acht Prozent. Der Anteil der bei uns versicherten Fläche liegt mit den regionalen Schwankungen ebenfalls in dieser Größenordnung, erklärt die Vereinigte Hagel.
Die Tendenz ist allerdings ansteigend: "In den letzten zehn Jahren konnten wir einen Zuwachs dieser Flächen im Versicherungsbestand feststellen. Dieser Zuwachs entspricht in etwa der Entwicklung der ökologischen Flächen insgesamt." Interessant ist, dass die Bauern die Bioflächen nicht höher versichern als herkömmliche, obwohl sie deutlich mehr Ertrag generieren. Dafür gibt es aber einen Grund: "Die Versicherungssumme, die der Landwirt in der Regel über die erwartete Erntemenge und den erwarteten Verkaufspreis kalkuliert, ist ähnlich der bei konventionellem Anbau. Einmal ist der Faktor Erntemenge höher (konventioneller Anbau), einmal der Faktor Verkaufspreis (ökologischer Anbau)."
Ökoflächen sind zudem nicht anfälliger für Schäden, denn auch der Ökobauer weiß sich bei Schäden zu helfen. "Der primäre Schaden, der durch Hagel, Sturm oder Starkregen an der Pflanze entsteht, ist bei konventionellem und ökologischem Anbau grundsätzlich derselbe. Gegebenenfalls kann die weitere Entwicklung der Pflanzen, beispielsweise durch feuchte Witterung oder lückenhafte Bestände unterschiedlich verlaufen. Auch wenn keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, stehen aber auch der ökologischen Landwirtschaft Maßnahmen zur Verfügung, um Folgeschäden zu minimieren."
Bio ist die Zukunft
Das Ziel der Bundesregierung liegt bei 20 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche. Aktuell steht Deutschland ungefähr bei der Hälfte, das wird nicht so bleiben, glaubt auch der Versicherer: "Der Anteil ökologischer Flächen wird in den nächsten Jahren daher sicherlich weiter zunehmen. Wir rechnen damit, dass sich der versicherte Flächenanteil entsprechend des Anteils an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche weiter erhöhen wird."
Für den Versicherer ist es Einerlei, welche Art Feld er versichert, auch das Wetter macht keinen Unterschied zwischen Öko und herkömmlichen Feld: "Entscheidend ist zunächst nicht die Art der Bewirtschaftung, sondern das Risikobewusstsein der Landwirte. Dieses ist bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben ähnlich ausgeprägt wie bei den konventionellen. Ein schweres Unwetter kann schnell eine ganze Ernte oder sogar die gesamte Existenz vernichten – und da gibt es keine Unterschiede zwischen den Wirtschaftsweisen", erklärt die Vereinigte Hagel. (vwh/mv)
Bildquelle: Julien Christ / www.pixelio.de / PIXELIO
Ökotechnik · Agrarversicherung · Vereinigte Hagel
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