Unternehmen & Management

Axa steigert Gewinn, schwächelt bei Beitragseinnahmen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Klassische Arbeitsplätze und Hierarchien gelten Axa-Deutschland-Chef Alexander Vollert bekanntlich als Auslaufmodell. Mit seinem Transformationsmodell "Ambition 2020" soll der Konzern daher bis 2020 "fit für die Zukunft" gemacht werden. Die aktuellen Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr scheinen zu belegen, dass sein Kurs bereits erste Früchte trägt. Voll bei Biometrie und dem KMU-Geschäft.
So verbuchte die Deutschland-Tochter des französischen Versicherers im Geschäftsjahr 2017 ein deutliches Gewinnplus um rund 18 Prozent auf 643 Mio. Euro nach Steuern. Die Beitragseinnahmen stiegen leicht um 1,9 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro. Wachstumstreiber war vor allem die Krankenversicherungssparte mit einem Prämienplus von 6,4 Prozent auf 3,059 Mrd. Euro (2016: 2,876 Mrd.). In der Kompositsparte stiegen die Beitragseinnahmen vor allem dank des Firmenkundengeschäfts leicht um 1,2 Prozent auf 3,911 Mrd. Euro (2016: 3,865 Mrd.).
Im Vorsorgebereich verbuchte die Axa Deutschland zwar einen Prämienrückgang von 2,5 Prozent auf 3,671 Mrd. Euro (2016: 3,763 Mrd.), insbesondere durch das Einmalbeitrags- sowie das konventionelle Geschäft. Positive Lichtblicke waren hingegen das Geschäft mit fondsgebundenen Versicherungen (plus 15,3 Prozent auf auf 563 Mio. Euro und die Absicherung biometrischer Risiken (plus 6,7 Prozent auf 480 Mio Euro).
"Mit steigenden Beitragseinnahmen und Erträgen ist AXA im Geschäftsjahr 2017 auf Wachstumskurs geblieben. Dabei haben wir unsere bereits sehr gute Profitabilität nochmals verbessert. Strategisch wichtige Geschäftsfelder, wie die Industrie- und Gewerbeversicherung, haben wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Im Jahr 2018 werden wir weiter daran arbeiten, mit einfachen, innovativen Produkten neue Kunden zu gewinnen, wie es uns im vergangenen Jahr gerade bei jungen Menschen gelungen ist. Die voranschreitende Digitalisierung wird hierbei ein ganz wesentlicher Faktor sein", kommentiert Axa-Deutschland-Chef Alexander Vollert die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres.

Droht ein juristischer Dämpfer in der PKV?

Der Rechtsstreit um die Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung hat sich bislang allerdings nicht in den Unternehmenszahlen niedergeschlagen. Da das Urteil des Landgerichts Potsdam aber noch nicht rechtskräftig ist, richtet sich nun der Blick auf ein höchstrichterliches Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH), welches allerdings wohl frühestens erst im Herbst dieses Jahres gesprochen wird. Sollten die Karlsruher Richter die Beitragserhöhungen für unwirksam erklären, drohen auch der Axa Rückzahlungen in Millionenhöhe und ein immenser Imageschaden.
Ein zukunftsträchtiges Geschäft wittert Vollert hingegen wohl in der Rechtsschutzsparte. So hatte der Konzern im März dieses Jahres gemeinsam mit der Gothaer die Roland Rechtsschutz aufgekauft. "Mit der Mehrheit an Roland stärken wir unsere Marktposition in dem für uns hochattraktiven Geschäftsfeld der Schaden- und Unfallversicherung. Rechtsschutz ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie, den Kunden Sicherheit zu geben. Mit der Übernahme runden wir unser Angebot weiter ab, um mit einfacheren und schnelleren Lösungen für unsere Kunden ein noch relevanterer Partner zu werden", begründete Vollert die Übernahme.
Nicht zu vergessen der neue "Heimathafen Hamburg", der nach dem Willen Vollerts zum unternehmensweiten Vorbild seines "New Way of Working" (NWoW) werden soll. Das Ziel: Äußere Mobilität und innere Flexibilität. Bis 2020 sollen alle Standorte des Axa entsprechend umgestaltet werden.
Am Ziel eines Personalabbaus um rund zehn Prozent beziehungsweise 800 Vollzeitstellen hält der Konzern aber weiterhin fest. So ging die Zahl der Mitarbeiter allein im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 9.087 (2016: 9.217) zurück. Die Zahl der Verkäufer im Ausschließlichkeitsvertrieb sank gar um 1,7 Prozent auf 4.178 (2016: 4.249). (vwh/td)
Bild: Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Deutschland (Quelle: Axa Deutschland)
Axa Deutschland · Alexander Vollert
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