Politik & Regulierung

Neckermann-Pleite könnte ein D&O-Fall werden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei diesen Beträgen bekommen D&O-Versicherer möglicherweise Schnappatmung. Die Insolvenzverwalter des Versandhändlers Neckermann, Michael Frege und Joachim Kühne, wollen von den damaligen Managern die Erstattung von 19 Mio. Euro einklagen. Das Versandhaus war im Jahr 2012 in die Pleite gegangen und gehört jetzt zum Otto-Konzern.
Das Frankfurter Landgericht hat den Eingang des entsprechenden Schriftstücks bereits bestätigte, wie mehrere Medien berichten. Die aus vier Personen bestehende Geschäftsleitung soll im Jahr 2012 "ohne unmittelbare und gleichwertige Gegenleistung" mehrere Millionen ausgegeben haben, obgleich die Insolvenz längst eingetreten war. Ins Visier der Insolvenzverwalter ist auch der damalige Aufsichtsrat gerückt, der seine Kontrollpflichten nicht wahrgenommen habe.
Im Kern geht es in dem Fall um die Frage, ob die Insolvenz zu spät angemeldet wurde. Wenn dem nicht so gewesen sein sollte, dürften die Vorwürfe gegen die Manager nicht zu halten sein. Es droht ein langer Prozess mit ungewissem Ausgang. Im schlimmsten Fall müssen die Manager mit ihrem Privatvermögen für die Begleichung des Schadens aufkommen, oder die D&O-Versicherung, soweit vorhanden.
Nähere Informationen werden wohl erst nach und nach durchsickern denn sowohl die Insolvenzverwalter als auch das Gericht hüllen sich über Details im Schweigen. Da ist verständlich, stehen doch bisher noch nicht einmal Verhandlungstermine fest. In Stellung gebracht haben sich auf jeden Fall schon einmal die Anwälte beider Gruppen. (vwh/mv)
Bildquelle: Thorben Wengert / www.pixelio.de /PIXELIO
Neckermann · Gerichtsurteil · D&O
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